Game Boy: Super Mario Land 2 angespielt

(pwc) Wie soll man ein Spiel bewerten, dessen Vorgänger schon beinahe perfekt ist? Schwierig, aber Super Mario Land 2 setzt im Grafikbereich neue Maßstäbe auf dem Game Boy. Besaß der Vorgänger noch recht kleine und weniger detaillierte Sprites, schießt der zweite Teil glatt ein Weltraum-Schwein ab.

Dazu später mehr. Mario’s böser Widersacher Wario besetzt frech wie er nun mal ist, einfach Mario’s Schloß und versperrt dessen Zugang. Damit Mario sein Schloss zurückerobern kann, muss er sich ins Mario Land begeben und 6 Level meistern um 6 goldene Münzen zu erhalten die dann den Zutritt zum Schloss erlauben.

Mario kämpft sich durch den mächtigen Baum, nutzt klebriges Harz um sich teilweise fortzubewegen, begegnet riesigen Ameisen, muss durch den gefährlichen Bienenstock entkommen und erklimmt den höchsten Gipfel. Ganz oben angekommen erwartet ihn der erste Bosskampf gegen eine diebische Elster die ihre Goldmünze selbstverständlich verteidigt. 3 mal auf den Kopf gehüpft und Mario ist im Besitz der ersten Münze.

Beflügelt von seinem ersten Erfolg strebt Mario nach höherem – zum Beispiel dem Weltall. In seinem Raumfahreranzug geht’s auf den Mond. Kuriose Weltraum-Schweine und arg ungemütlich gestimmte Sterne (Sidescrolling-Action) die auf Mario scheinbar elektrisierend wirken, versuchen unseren Helden davon abzuhalten einen alten Bekannten wieder zu sehen. Tatanga, finaler Boss im ersten Mario Land, gibt sich die Ehre und beschießt uns gleich mit seiner Raumkapsel. In der Mond-Zone gibt es versteckte Bonuslevel zu entdecken.

Der Makro-Kosmos erinnert stark an „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“. Durch den Garten kämpft man sich ins große Haus und geht dabei den Massen an Ameisen besser aus dem Weg. Endlich im Haus angekommen merken wir schnell, dass es hier nicht nur an einigen Stellen brennt, sondern auch scheinbar ein Wasserrohrbruch ganze Level-Abschnitte unter Wasser gesetzt hat. Alle Gefahren lassen Mario aber kalt. Er setzt seinen Weg unbeirrbar fort, und besiegt in der Bibliothek den fiependen Maus-Boss.

Jetzt wird’s gruselig: Das Kürbis-Land lässt uns das Blut in den Adern gefrieren wenn wir Mario über Friedhöfe laufen und gegen Fleischfresserpflanzen, Zyklopengeister und Hockeymasken antreten lassen. Neben der Mond-Zone ist dies die zweite Zone, in der es Bonuslevel zu entdecken gibt. Am Ende erwartet uns eine schrullige Hexe, die erst ihren Kesseln ordentlich einheizt und diese dann ihre Deckel gegen Mario einsetzen. Sehr unfein – aber auch für Spielanfänger überhaupt gar kein Problem.

Mario wurde in seiner Welt übrigens ein eigenes Denkmal in Form eines riesigen Roboters gesetzt. Im Inneren begegnen wir einer Menge Technik: Zahnräder drehen sich in alle Richtungen und fungieren als Plattformen, ein Raum voller Bälle und ein Lego-Stein-Abschnitt bringen viel Abwechslung. Neben lustigen Aufziehsoldaten und gefährlichen Kreissägeblättern werden wir am Ende der Mario-Zone mit den lustigsten Endbossen im Spiel belohnt: 3 witzige Schweinchen die uns aus Kuckucksuhren angreifen.

Um Warios Schloss betreten zu können, fehlt uns nun nur noch eine Münze. Diese bekommen wir im Koopa-Felsen, in den wir tief bis unter die Wasseroberfläche vordringen müssen. Haie, Seesterne und Skelettfische weicht Mario geschickt aus. Trockene Füße holen wir uns im U-Boote bevor es in die Innereien eines riesigen Wals geht. Hier wirkt alles recht klitschig und die riesigen Rippen kommen uns beträchtlich nahe. Am Ende angelangt stören wir einen Tintenfisch in dessen Ruhe. Er bewegt sich aus seinem Krug und greift uns mit kleinen Baby-Tintenfischen an.

Nach dem Kampf unter Wasser öffnet sich mit der sechsten Münze das Portal zum Schloss. Das ganze Schloss wimmelt nur von Plattformen. Festen und denen die in sich zusammenfallen wenn man sie berührt. Hier muss man ein genaues Timing an den Tag legen und auch noch gleichzeitig feuerspeienden Fleischfresserpflanzen ausweichen. In Warios Thronsaal angekommen, versucht er gleich durch seine wilde Hüpferei die Lampen an der Decke auf uns fallen zu lassen. Wario muss in 3 Stufen besiegt werden die sich zwar alle sehr ähnlich sind – unseren Erzfeind allerdings mit Karottenhut und Feuerblume immer gefährlicher machten.

Super Mario Land 2 für den Game Boy ist ein würdiger Nachfolger zum ersten Teil. Eine umfangreiche Welt unterteilt in verschiedene Zonen, ausnahmslos lustige Gegner, sehr detaillierte Grafiken und verblüffende Ideen wie die Fortbewegung über klebriges Harz oder die Innereien des Wals sowie ein hoher Wiederspielwert sind für mich mindestens eine Position unter den ersten 5 Plätzen wert.

EDIT vom 25.12.2017: Super Mario Land 2 ist heute in Farbe als Deluxe-Version (Romhack) veröffentlicht worden. Ebenso habt ihr nun auch die Gelegenheit mit Luigi zu spielen (Charakterauswahl via Select-Taste in der Oberwelt). Das Installationspaket (natürlich ohne SML2.gb ROM) könnt ihr euch ►hier herunterladen.

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