Game Boy: Godzilla angespielt

(pwc) Godzilla, den wir erst als Schauspieler im Gummikostüm und später als computeranimiertes Monster lieben gelernt haben,  entstand durch ein wahres dramatisches Ereignis:

1954 kam das japanische Fischerboot Fukuryu Maru (glücklicher Drache) von seinem Kurs ab und verirrte sich im Bikini-Atoll. Bedauerlicherweise fanden dort zur selben Zeit Bravo-Atombombenversuche der amerikanischen Armee statt. Die Crew des Fischerbootes wurde hochgradig verstrahlt und verstarb. Für die in dem Gebiet gefangenen Fische erteilte die japanische Regierung ein Ausfuhrverbot.

Dies rief den Filmproduzenten Tomoyuki Tanaka auf den Plan der in den schlimmen Ereignissen ein kommerzielles Potential entdeckte: Unter den verseuchten Meerestieren dürften sich nicht nur Fische befinden, bestimmt auch Echsen. Und was wäre wenn eine mutierte Echse das Meer verließe um sich an den Menschen für ihre Frevel an der Umwelt zu rächen? Die Idee war geboren.

Viele Jahrzehnte später ist Godzilla immer noch ein Erfolg und so beliebt wie nie. Kein Wunder also, wenn auch die junge Videospielbranche auf die starke Marke setzt und mit Godzilla (C-64), Godzilla: Monster of Monsters (NES) und Super Godzilla (SNES) für Fans durchaus interessante Titel produzierte.

1990 wurde auch der Game Boy mit einem Godzilla Spiel bedacht: ゴジラくん 怪獣大行進 Godzilla-Kun: Kaijuu Daikessen ist ein recht niedlicher Vertreter. Auch wenn die Monstergrafiken im Spiel beängstigend wirken, so sind die animierten Sprites eher super deformed putzig. Wer mit Godzilla ein actionlastiges Monstergebashe erwartet wird allerdings enttäuscht: Der Puzzle-Charakter des Spiels ist eindeutig.

Als Godzilla ist es unsere Aufgabe, Minilla in einem Labyrinth aus Leveln ausfindig zu machen. Minilla wurde von schrecklichen Monstern entführt und in einer Matrix aus 64 Szenen versteckt. Godzilla beginnt bei Szene 1 und kann sich, sobald er eine Szene erfolgreich beendet hat, in eine nächste Szene weiterbewegen. Hierfür hat er in der Regel mehrere Möglichkeiten. Stellt euch das Spiel in 64 Leveln vor die in einem Quadrat von 8×8 einzelnen Szenen unterteilt sind. In diesem mächtigen Quadrat kann sich Godzilla nun von Szene zu Szene bewegen. Und in einer Szene wird Minilla gefangen gehalten (am Ende dieses Berichts werde ich die korrekte Szene auflösen – also seid gewarnt^^).

Um eine Szene erfolgreich zu beendet, müssen mehrere Gesteinsbrocken zerschlagen werden. Klingt einfach – ist es aber beileibe nicht, denn genau an dieser Stelle setzt das Puzzlelastige im Spiel ein: Die Steine müssen in der korrekten Reihenfolge zerschlagen werden. Dabei kann es ganz leicht passieren, dass ihr euch selbst ins Abseits manövriert und von Steinen eingeschlossen werdet und somit in der Szene nicht weiterkommt oder ihr zerschlagt einen Stein den ihr aber dringend benötigt hättet um beispielsweise einen Abgrund zu überwinden. Wie dem auch sei: Das Spiel muss definitiv vorausschauend angegangen werden – habt ihr einen Fehler erkannt, drückt ihr einfach die Select Taste und startet die Szene neu.

Ein wenig Action darf es dann aber doch sein: Natürlich wollen euch die bösen Monster daran hindern, Minilla zu finden. Aus diesem Grund wimmelt es in den Szenen nur vor Ungetümen. Die meisten Monster könnt ihr mit einem Schlag vernichten – bis auf Hedrah: Das Schlammwesen lässt sich höchstens zurücktreiben. Alle Monster haben eines gemeinsam: Nach kurzer Zeit tauchen diese erneut in der Szene auf und verfolgen Godzilla zielstrebig. Rodan ist besonders prädestiniert: Als Flugmonster gelten für ihn keine Flure, Leitern, Ranken etc. Er steuert geradewegs auf euch zu.

Schafft ihr es nicht alle Steine in einer bestimmten Zeit zu zerstören, erscheint Ghidrah, der dreiköpfige goldene Drache auf dem Bildschirm. Dieses Monster ist unzerstörbar und bringt euch definitiv zur Strecke.

Um Godzilla gegenüber dem Ansturm an Gegnern etwas unter die Arme zu greifen, gibt es drei Items die für etwas Entspannung sorgen: Die Sanduhr lässt die Gegner eine kurze Zeit erstarren, das Herz erhöht Godzillas Lebenskraft und der Donnerschlag zerstört alle Monster auf dem Bildschirm.

Unterm Strich ist Godzilla hauptsächlich ein Spiel für Fans. Die eher mittelmäßige Hauerei ist leider nicht sehr langzeitmotivierend – dafür bietet das Spiel einfach zu wenig Abwechslung. Die Monster sind allesamt witzig animiert, der Soundtrack für ein Godzillaspiel eher unspektakulär (wenn man mal vom Intro absieht).

Die japanische Version des Spiels enthält übrigens einen 2-Spieler-Modus der in der amerikanischen und europäischen Version nicht enthalten ist. Eventuell bringt dieser ein wenig mehr Spaß auf den Game Boy Screen.

Tipps & Tricks

Auflösung: Minilla befindet sich in Szene #37. Um das versteckte Sound-Test Menü aufzurufen drückt im Spiel die Tasten A, B, Start und Select.

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