Game Boy: WWF War Zone

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(pwc) Vier Jahre sind vergangen, bis nach WWF Raw wieder ein Wrestling-Titel für den Game Boy erschienen ist. Diesmal jedoch nicht unter der Flagge von LJN, denn die Firma war zwischenzeitlich vollständig in Acclaim aufgegangen. 1998 erschien WWF War Zone, das auf dem Montagsabend-Event Raw is War basierte.

Eine unglaubliche Anzahl von 13 (!) Wrestlern schaffte es ins Spiel. Zum Vergleich: In WWF Superstars konnte man aus einer Auswahl von nur fünf Wrestlern wählen. Mit Shawn Michaels, Kane, Triple H, Undertaker, British Bulldog, Owen Hart und Steve Austin stehen einige der namhaftesten Kämpfer zur Auswahl.

Das Spiel bietet fünf Modi, in denen man sich richtig austoben kann: Um Intercontinental- und World Champion zu werden, muss man sich gegen die übrigen zwölf Wrestler stellen. Dass dies nicht nur ein nervenaufreibendes, sondern auch ein langes „Vergnügen“ werden würde, wussten auch die Programmierer – und spendierten uns im WWF Challenge-Modus ein Passwortsystem. Sehr vorbildlich.

Die Optionen Versus, Steel Cage und Tag Team kennen wir bereits aus den vorherigen WWF-Spielen. Neu hinzugekommen ist der Trainingsmodus, der die perfekte Möglichkeit bietet, seinen angestauten Aggressionen freien Lauf zu lassen: Da sich der Gegner nicht bewegt, lässt er sich wie eine Puppe durch den Ring prügeln.

Für welchen Wrestler ihr euch entscheidet, bestimmt im Spiel wohl lediglich die persönliche Vorliebe, denn alle Kämpfer verfügen über dieselben Angriffe und Verteidigungen. Vom Swinging Stop Punch über Elbow Drop und Dropkick bis hin zum Clothesline sind alle aus dem Wrestlinggeschäft bekannten Attacken vorhanden. Erstmalig und hochinteressant ist die Einführung persönlicher Finishing-Moves für jeden Wrestler. Habt ihr euren Gegner niedergerungen, drückt ihr die Select-Taste, gefolgt von einer Kombination der Richtungstasten – und schon macht ihr ihm den Garaus. Schön, dass alle Wrestler ihren ganz persönlichen Finisher besitzen. Die einzige Ausnahme bildet Owen Hart, der statt seines Sharpshooters einen Spinning Heel Kick ausführt. Ansonsten dürften alle Moves für pures Entzücken sorgen: Wer wollte nicht schon einmal als Undertaker einen Tombstone Piledriver oder als British Bulldog einen Running Powerslam ausführen?

Grafisch ist WWF War Zone grandios und übertrifft sogar das legendäre WWF Superstars. Die Charaktere sind groß, detailliert gepixelt und ganz nebenbei recht flott im Ring unterwegs. Am schönsten und bemerkenswertesten sind die Bewegungsanimationen. Diese sind so sauber programmiert, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Auch die vielen unterschiedlichen Angriffe sehen sehr gut aus.

Musikalisch begleitet uns – wie in den vorherigen Titeln – ein einzelner Track durch das Spiel, den man sich im Gegensatz zur Berieselung in WWF Raw durchaus anhören kann.

Man mag das Gefühl haben, dass LJN mit jedem weiteren Titel mehr an Klasse verloren hatte – erst durch die Übernahme durch Acclaim konnte das Programmiererteam erneut an alte Erfolge im Bereich der Wrestling-Spiele auf dem Game Boy anknüpfen.

Bewertung: 4 von 5.

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