Game Boy: Hudson Hawk

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(pwc) Eddie „Hudson Hawk“ Hawkins ist ein Meister seines Fachs: Diebstähle und jegliche Art von Schlösserknacken absolviert er mit Bravour. Seine außerordentlich gute Arbeit hat ihn allerdings für ein paar Jahre in den Knast gebracht – glücklicherweise ist diese Zeit nunmehr vorbei, und er freut sich auf ein Leben in Freiheit.

Sein Bewährungshelfer hingegen möchte sich Eddies Fähigkeiten zunutze machen und animiert ihn mit Nachdruck zu einem Bruch. Hinter allem steckt das völlig ausgeflippte Ehepaar Mayflower, die zwar steinreich sind, aber mindestens genauso viel Langeweile haben und sich deshalb mit Gedanken beschäftigen, die Welt in ein wirtschaftliches Chaos zu stürzen.

Sie verfolgen einen tollkühnen Plan, der seinen Ursprung 500 Jahre zurück in der Zeit hat: Leonardo da Vinci war es gelungen, mit Hilfe eines Kristalls herkömmliches Blei in Gold zu verwandeln. Ursprünglich war die Verwandlung in Bronze angezielt gewesen – der positive Effekt zu Gold war eigentlich nicht geplant. Wie dem auch sei – da Vinci verfügte plötzlich über eine Maschine, die Gold produzieren konnte. Vor seinem Tod zerteilte er den Kristall aus Sicherheitsgründen in mehrere Teile und verbarg diese in folgenden Kunstwerken: der Pferdeskulptur Sforza, dem Codex (Codex Forster) sowie im Helix Pteron, einem frühen Hubschraubermodell.

Die Mayflowers möchten sich alle Teile des Kristalls aneignen, um ein Überangebot an Gold zu produzieren, damit dieses weltweit wertlos wird.

Als Hudson Hawk ist natürlich unser Ziel, genau dies zu verhindern und möglichst unauffällig alle drei Kristallteile zu stehlen. Im Game Boy-Spiel durchstreifen wir drei Level, die aus mehreren Abschnitten bestehen. Das erste Level führt uns über Häuserdächer in das Auktionshaus Rutherfords, wo die Pferdeskulptur Sforza zur Versteigerung ansteht. Die Statue befindet sich in einem Safe im 7. Stock des Gebäudes. Auch wenn Hudson Hawk ein Meister seines Fachs ist, wird ihm dieser Einbruch eine ganze Menge abverlangen: Alarmschalter verstecken sich in Bodenplatten, Lichtschaltern oder auch Steckdosen. Das Gebäude ist gespickt mit Wachpersonal, das entweder mit Schusswaffen oder Schlagstöcken ausgestattet ist. Außerdem stören euch penetrante Reporter mit Blitzlichtkameras und den Boden wischende Putzfrauen. Achtet im Belüftungsschacht auf offenes Feuer und gefährliche Ventilatoren.

Ist die Gefahr gemeistert und seid ihr im Besitz der Sforza, geht’s in Level 2 in Rom weiter. Wir „besuchen“ den Vatikan und versuchen, im Petersdom den Codex zu klauen. In Level 2 werden vermehrt Roboter eingesetzt, die euch ganz gerne mal per Schubkarre eine Bombe direkt vor die Füße legen. Im unterirdischen Postverladebahnhof gibt’s etwas fürs Auge: dickbusige Nonnen kreuzen hier unseren Weg. Sobald die Bibliothek erreicht ist, wird es spannend: Jetzt heißt es bloß, keinen Alarm auszulösen.

Mit der Sforza und dem Codex unterm Arm fliehen wir aus dem Petersdom direkt in Leonardo da Vincis Burg. Der Aufstieg bis zur Turmspitze, in der sich das Labor da Vincis befindet, wird uns nicht leicht gemacht. Gangster, die an Ballons hängen und uns beschießen, sind ebenso vertreten wie die beiden Zwillinge Igg & Ogg, die munter Gitarren und Monitore nach uns werfen. Auch eine scheinbar wild gewordene Tennisballmaschine hat etwas gegen uns. In der Turmspitze betreten wir das Labor, in dem die Maschine wartet, die Blei zu Gold verwandeln kann. In der Maschine liegt das letzte Teil des Kristalls. Da dieser Levelabschnitt keine Gegner bietet, können wir uns wirklich Zeit lassen und ganz gemütlich die drei Schalter ausprobieren, wovon einer die Maschine öffnet.

Im Besitz aller drei Kristallteile segelt Hudson Hawk bestens gelaunt mit einem hölzernen Flugdrachen vom Petersdom herab (im Film segelt er von der Burg).

Hudson Hawk auf dem Game Boy gehört zu meinen ewigen Top 5. Das Spiel bietet Abwechslung, die Gegnertypen sind originell, der Hudson Hawk-Sprite ist der coolste, den ich bisher in einem Game Boy-Spiel erlebt habe (Eddie Hawkins setzt übrigens auch als Engel seine Sonnenbrille nicht ab – lasst ihn einfach mal im Spiel sterben), und der Soundtrack gehört neben Jurassic Park zu den besten, die der Game Boy zu bieten hat. Dieser Titel gehört definitiv in jede Sammlung.

Bewertung: 4 von 5.

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