Game Boy: Dragon’s Lair – The Legend

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(pwc) Als die Arcade-Version von Dragon’s Lair 1983 als eines der ersten Spiele auf Laserdisc erschien, klingelten ganz ordentlich die Kassen von Entwickler und Publisher. Aufgrund seiner bahnbrechenden Zeichentrickgrafik konnte Dragon’s Lair kommerziell punkten. Dabei ist Dragon’s Lair mehr Film als Spiel. Interaktiv ist der Spieler in der Lage, mit Hilfe des angeschlossenen Joysticks Einfluss auf die Handlung zu nehmen und den Hauptdarsteller, Ritter Dirk, in die gewünschte Richtung zu lenken.

Durch den Erfolg beflügelt, sind in den folgenden Jahrzehnten und bis heute immer wieder Portierungen (z.B. auf C-64, NES, Sega Mega-CD, 3DO oder iPhone) erschienen.

Auch in der Game Boy-Version „The Legend“ (1991), die auf dem ZX Spectrum Spiel Roller Coaster basiert, steht Ritter Dirk im Vordergrund. Seine Mission: erneut Prinzessin Daphne befreien. Doch was war passiert? Ein Verräter in den eigenen Reihen informierte den bösen Magier Mordroc, dass die Karawane der Prinzessin den Lebensstein transportiere – also jenen mystischen Stein, der seinem Besitzer unbegrenzte Kraft und das ewige Leben verspricht. Der Magier witterte seine Chance. Sofort befahl er seiner Armee, die Karawane anzugreifen und alle zu töten – bis auf die Prinzessin, die als Geisel genommen werden sollte. Prinzessin Daphne, die ebenfalls magiebegabt ist, erkannte die ungeheure Gefahr und zerstörte den Lebensstein. Durch ihre Magie zerstreute sie alle Fragmente quer über das Land. Dirks Aufgabe lautet: den Lebensstein zusammensetzen, den schlafenden Ritter wecken und die Prinzessin retten.

Das Fantasy-Setting ist in 11 Abschnitte unterteilt: vom äußeren Wald durch die Trollminen über den Friedhof zum Todesfluss bis hin zum bösen Berg erleben wir ungeheuerlich spannende Szenarien. Auf Feinde stößt Dirk hingegen kaum – die Kreaturen im Spiel dienen eher als Transportmittel. Spannend ist vor allem die Atmosphäre, denn diese wirkt von Bildschirm zu Bildschirm bedrohlich. Im Prinzip steuern wir Dirk durch eine riesige Welt, die auf den ersten Blick unüberschaubar wirkt. In welchem der 11 Teile der Welt wir uns gerade befinden, können wir allenfalls von einem hölzernen Schild ablesen, das sich am oberen Bildschirmrand befindet. Ansonsten verlaufen die Abschnitte fließend. Die insgesamt 194 Fragmente des Lebenssteins sind überall verteilt. Um das Spiel abschließen zu können, müssen alle Teile eingesammelt werden. Für das große Sammeln stehen Dirk neun Leben zur Verfügung, die in der Regel reichen sollten, solange ihr die Finger von der US-Fassung lasst.

Wieso? Ganz einfach: Dragon’s Lair: The Legend bietet grandiose Grafiken, einen wahnsinnig tollen Soundtrack, düstere Stimmung, tolle Animationen, einen sympathischen Helden und – in der US- und JAP-Fassung des Spiels – einen Schwierigkeitsgrad, der nicht von dieser Welt ist. Ich besitze die US-Version und schaffe es tatsächlich, alle meine Leben innerhalb der ersten zehn Bildschirme zu verbrauchen. Fällt Dirk aus einer bestimmten Höhe zu Boden (was relativ oft passiert), ist gleich ein Leben futsch. Die europäische Version des Spiels ist entschärft: Hier kann Dirk so tief fallen, wie er möchte – und bleibt heil. Sehr angenehm. Gleiches gilt für den Eintritt in einen anderen Bildschirmabschnitt: Kennt man diesen noch nicht, besteht die Chance, plötzlich keinen Boden mehr unter den Füßen zu haben und ein Leben zu verlieren.

Besonders hervorzuheben ist die detaillierte Grafik. Allein die ägyptischen Steinstatuen, die Baum- und Pilzhäuser, der unheimliche Friedhof mit den schwebenden Bettlaken oder der äußere Wald mit den animierten Augen in den Bäumen sind echte Hingucker und grandios für ein Game Boy-Spiel.

Interessant: In der Anleitung ist die Hälfte des „Official Dragon’s Lair Double Challenge Medaillons“ abgedruckt. Die andere Hälfte befindet sich in der Anleitung zum NES-Dragon’s Lair. Besitzt man beide Spiele und fügt die Hälften des Medaillons zusammen, kündigt sich Großes an: Schickt beide Teile zu CSG Imagesoft nach Los Angeles, legt 3,50 $ Rückporto bei und erhaltet anschließend den „exciting custom designed mystery bonus prize“ (Einsendeschluss: Juni 1991). Was sich hinter dem Preis verbirgt, ist mir leider nicht bekannt. Wer es weiß, schickt mir bitte eine Mail an: channard@dmgpage.de

Ganz harte Game Boy-Spieler greifen natürlich zur US- oder JAP-Fassung. Alle anderen schonen ihre Nerven und spielen die europäische Version.

Bewertung: 1 von 5.

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