Game Boy: The Lawnmower Man

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(pwc) Der 1992 veröffentlichte Film The Lawnmower Man (dt. Der Rasenmähermann) beruht auf einer gleichnamigen Kurzgeschichte von Stephen King. Prominent erscheint der Name des Autors auf dem Filmplakat und im Trailer. Tatsächlich ist der Film aber so dermaßen weit von der Geschichte aus dem Jahr 1978 entfernt, dass sich Stephen King genötigt sah, gegen die Verwendung seines Namens zu klagen – mit Erfolg!

Um die Jahrtausendwende wird eine unter dem Namen „Virtuelle Realität“ bekannte Technologie weit verbreitet sein. Virtuelle Realität ermöglicht den Eintritt in mit Computern erzeugte künstliche Welten, denen so wenig Grenzen gesetzt sind wie der Fantasie. Die Erfinder der Technologie sagen unzählige positive Nutzungsmöglichkeiten voraus – andere dagegen fürchten die virtuelle Realität als eine neue Form der geistigen Kontrolle.

Dr. Lawrence Angelo ist Wissenschaftler bei Virtual Space Industries (VSI) im „Projekt 5“, einer geheimen Forschungseinrichtung, die die Intelligenz von Primaten mithilfe psychotroper Drogen und Virtual-Reality-Training steigern will. Dr. Angelo zögert die Forschung für militärische Zwecke zu nutzen. Allerdings scheint seine Neugierde dafür geweckt worden zu sein, ob und wie die Anwendung wohl auch am Menschen wirken würde. Im einfältigen Gärtner Jobe Smith findet er den perfekten Kandidaten für den Versuch.

Das Game Boy Spiel beginnt, als die Experimente an Jobe, dessen Gehirntätigkeit zwischenzeitlich um 400 % gesteigert werden konnte, völlig aus dem Ruder laufen. Nun sieht er sich selbst als militärische Kampfmaschine, die hauptsächlich aus dem virtuellen Raum agiert und zum Ziel hat, alle Computer-Terminals weltweit kontrollieren zu wollen. Als Dr. Lawrence Angelo liegt deine Aufgabe nun darin, in den VSI-Komplex vorzudringen und Jobe zu neutralisieren, bevor er auch das Telefonnetz angreift.

Das erste Level beginnt in der Vorstadt, direkt vor dem Anwesen von Dr. Angelo. Wildgewordene Schimpansen und Hunde machen die Straßen unsicher. Auch bewaffnete Menschen stellen sich euch in den Weg. Das Ausschalten von Feinden wird mit Bonusitems und CDs belohnt. Während Bonusitems die Feuerkraft erhöhen oder Extraleben spenden, füllt ihr mit den CDs langsam den Balken unter der Lebensanzeige auf. Habt ihr alle 16 Blöcke aufgefüllt, seid ihr energiegeladen. In diesem Zustand könnt ihr höher springen und bleibt unbeschadet, wenn ihr von einem Gegner getroffen werdet.

The Lawnmower Man ist hauptsächlich ein seitliches Jump and Run – wechselt aber in die Egoperspektive, sobald ihr ein Virtual Reality-Portal betretet. Hier gilt es bis zum Ziel zu fliegen, ohne dass ihr an den Hindernissen anstoßt.

Während des Spiels könnt ihr an Computer-Terminals einen IQ-Test absolvieren. Dabei gilt es die fehlende Zahl oder das fehlende Symbol in der oberen Reihe durch eine Zahl oder ein Symbol aus der unteren Reihe so zu ergänzen, dass die obere Reihe in einem schlüssigen Verhältnis steht. Besteht ihr den Test, winken ein zusätzlicher Energieschub und auch Bonuspunkte.

Am Ende des ersten Levels erwartet euch Harleys Tankstelle. Diese steht komplett unter Jobes Kontrolle und greift euch mit den Tankschläuchen an. Sobald ihr die Tankstelle zerstört habt, führt euch die Reise in Level 2: den VSI-Datentunnel. Über diesen gelangt ihr in Jobes virtuelle Arena.

Der Flug durch den Datentunnel ist für Game Boy-Verhältnisse wirklich gut umgesetzt. Dabei manövriert ihr ein Raumschiff möglichst geschickt durch die schwarzen kugelförmigen Hindernisse. Spannend wird es, wenn die Hindernisse einen Ring bilden und oftmals zu spät klar wird, wo sich im Ring die sichere Lücke befindet. Am Tunnelende trefft ihr auf den virtuellen Kopf von Jobe, der Projektile auf euch schießt. Im gesamten Kampf befinden sich etliche Objekte auf dem Bildschirm, was auf Kosten der Übersichtlichkeit geht. Wichtig ist, dass ihr euch nicht auf Jobe selbst konzentriert, sondern vielmehr auf die VR-Portale im Hintergrund. Versucht diese so oft wie nur möglich zu treffen, um Jobes Flucht zu verhindern.

Doch zu spät – Jobe entkommt. In den folgenden fünf Jahren gelingt es ihm die virtuelle Realität in ein Schlachtfeld zu verwandeln. Am Ende schafft aber ein anderer mächtiger Gegner die Kontrolle zu übernehmen und Jobe gefangen zu halten: der Doomplayer gibt nun den Ton an! Der Doomplayer ist Anführer vom „Shop“ – einer Gruppe, die VSI in der Hoffnung finanzierte, dass ihre Experimente militärische Anwendung finden könnten.

Um den Doomplayer in Schacht zu halten, musst du dich mit Jobe verbrüdern. Im folgenden Level fahrt ihr einen Wagen in Top-Down-Ansicht von links nach rechts. Natürlich werdet ihr dabei von gegnerischen Fahrzeugen beschossen. Wie weit ihr auf der rasanten Fahrt noch vom Ziel entfernt seid, könnt ihr an der weißen Pfeilspitze auf der untersten Leiste ablesen. Schneller geht es, wenn ihr die Beschleunigungsstreifen nutzt.

Ist das Ziel erreicht, werdet ihr direkt erneut in einen Kampf verwickelt, der in insgesamt vier Wellen abgehandelt wird. Im Hintergrund bewegen sich Kampfroboter, die ihr mit der B-Taste anvisiert und in die Mitte des Bildschirms ziehen müsst. Erst dann werden sie angreifbar. Doch Vorsicht: die Roboter schießen zurück! Für den gesamten Kampf steht euch ein energiegeladener Balken von lediglich fünf Treffern zur Verfügung.

Seid ihr aus dem langwierigen Kampf erfolgreich hervorgegangen, betretet ihr die Eingangshalle des Shops. Auf den ersten Blick sieht der Shop wie ein normales Bürogebäude aus. Sämtliche Stockwerke sind mit Aufzügen verbunden. Nur für die oberste Ebene, auf der das Büro des Doomplayer zu finden ist, gibt es keinen Lift.

Begrüßt werdet ihr direkt von einem wildgewordenen Getränkeautomaten, der seine Dosen auf euch feuert. Aber auch Wachpersonal reagiert äußerst allergisch auf eure Anwesenheit. Tipp: in diesem Abschnitt lassen sich immer mal wieder CDs farmen, um euren energiegeladenen Balken aufzufüllen. Passt auch auf die Hunde und vor allem die Riesenhornissen auf.

Was dann folgt, ist der Endkampf gegen den Doomplayer. Achtung: der energiegeladene Balken existiert zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Das bedeutet, dass eure Lebenspunkte zu Hitpoints werden. Jeder gegnerische Treffer zieht euch einen Hitpoint ab. In diesem letzten nervenaufreibenden Kampf spawnen aber regelmäßig Extraleben, die ihr auch tunlichst einsammeln solltet.

The Lawnmower Man für den Game Boy zeichnet sich durch verschiedene grafische Perspektiven aus, die zwar nicht sehr hübsch sind, aber recht interessant wirken. Ob aus der seitlichen Perspektive, der Vogel- oder der Egoperspektive – jeweils wird euch ordentliche Action geboten. Insgesamt betrachtet, wirkt das recht kurze Spiel etwas unfertig und könnte in dieser Form sicherlich auch als Homebrew-Titel durchgehen. Lasst euch hiervon aber bitte nicht abschrecken: The Lawnmower Man hat definitiv eine Chance verdient!

Bewertung: 3 von 5.

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