Game Boy: Pokémon Gelbe Version angespielt

(pwc) Nachdem im Jahr 1999 auch Europa von der riesigen Pokémon-Welle (Pocket Monsters) gepackt wurde und sich durch die beiden Game Boy Titel Pokémon Rot und Pokémon Blau unser kleiner grauer Kasten noch einmal wirtschaftlich aufbäumen konnte, erfolgte im Sommer 2000 das Update Pokémon Gelb – Special Pikachu Edition. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich bereits der Game Boy Color etabliert.

Viele Eltern und auch Schullehrer wurden seinerzeit mit nichts anderem mehr konfrontiert, als mit der neuen Leidenschaft ihrer Sprösslinge: Jagen und sammeln lautete die Devise – ein Konzept, das bis heute sehr erfolgreich ist. Bei Pokémon verkörpert der Spieler einen Pokémon-Trainer, der sich im Laufe des Spiels anderen konkurrierenden Trainern stellen muss und in der Pokémon-Welt permanent auf der Suche nach neuen Pokémons ist, diese mit eigenen bereits trainierten Pokémons bekämpft und schließlich in einem Pokéball aufsammelt und somit laufend seinen Pokédex erhöht.

Insgesamt 151 Pokémons gilt es aufzuspüren und einzufangen. Da diese über die ganze Pokémon-Welt verstreut sind sitzt man unter Umständen viele Stunden an dem Spiel. Nintendo hat aber auch einen eigenen Spieleberater veröffentlicht um die Pokémon-Hatz für alle Spieler effektiver und leichter zu gestalten. Während euch Professor Eich, ein erfahrener Pokémon-Experte, in Pokémon Rot/Blau noch die Auswahl zwischen Bisasam, Schiggy oder Glumanda als Start-Pokémon gelassen hat, beginnt ihr euer Abenteuer nun direkt mit Pikachu. Im Verlauf des Spiels könnt ihr aber die drei erstgenannten Pokémons erhalten.

Ziel des Abenteuers ist es zur Pokémon-Liga zugelassen zu werden. Der Eintritt wird euch zu Beginn des Spiels natürlich verwehrt und man verlangt ganze acht Orden von euch die als Beweis dafür stehen, dass ihr in der Liga auch bestehen könnt. Ehrgeizig wie der kleine Pokémon-Trainer nun mal ist, macht er sich direkt auf den Weg die Arena-Bosse der acht Städte zu besiegen. Sein Weg führt ihn unter anderem nach Marmoria-City wo er gegen Rocko antritt und nach Azuria City wo Misty auf ihn wartet. Rocko und Misty werden übrigens später, und ebenso in der gleichnamigen Anime-Serie, eure dicksten Freunde.

Ganz wichtig wenn ihr euch raus ins Gelände wagt: Immer genug Pokébälle bei euch tragen. Sehr ärgerlich ist die Situation einem selteneren Pokémon zu begegnen und dieses mangels Pokébälle nicht einfangen zu können. Der Kampfbildschirm ist sehr übersichtlich gestaltet: Das eigene Pokémon und das Gegnerische stehen sich gegenüber, ihr gleicht die beiden Levelangaben ab und entscheidet euch dann für den Kampf oder eher die Flucht. Eine Besonderheit gilt es noch zu beachten: Jedes Pokémon ist einer bestimmten Klasse zugewiesen. So gibt es beispielsweise Wasser-, Feuer-, Elektro-, Pflanzen-, Käfer- und Psycho-Pokémons. Jede Klasse reagiert anders auf andersklassige Pokémons. So sind Feuer-Pokémons sehr gut gegen Pflanzen-Pokémons einzusetzen oder Wasser-Pokémons gegen Feuer-Pokémons. Dagegen sind Feuer- gegen Drachen- oder Boden- gegen Flug-Pokémons nicht zu gebrauchen. Oft genug werdet ihr im Spiel auch von fremden Pokémon-Trainern um einen Kampf gebeten. Hier habt ihr die Chance euch zu messen und wertvolle Erfahrungspunkte zu sammeln. Sammelt ihr genügend von diesen steigt euer Pokémon permanent auf und erreicht höhere Level und wird mächtiger.

Pokémon Gelb ist stark auf Pikachu fixiert. Er ist euer Start-Pokémon und läuft euch das Spiel über trollig hinterher. Auch wenn die Grafik eher Mittelmaß ist, das Spiel hat es absolut in sich. Eine für Game Boy Verhältnisse riesige Pokémon-Welt lädt zum Erobern ein, euer Sammeltrieb wird bis zum Anschlag gefordert, Erfolge lassen sich bereits recht früh erzielen, wer ein wenig Ehrgeiz mitbringt wird dauermotiviert sein und nicht ruhen, bis er alle 151 Pokémon im Pokédex verankert hat.

Pokémon ist ein Phänomen – um dieses Spiel zu mögen braucht man noch nicht mal Fan der TV-Serie und des Merchandising sein. Das grundsolide Spielprinzip verzaubert einfach.

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