Messen und Steuern mit dem Game Boy

Michael Sebastian Mühlhaus
Franzis‘ Verlag GmbH, 2003
ISBN: 3-7723-4205-1

(pwc) Selbstverständlich ist der Game Boy hauptsächlich zum Daddeln erschaffen worden. Dass sich der Game Boy allerdings für weit mehr eignet, hat uns die breite Musikerszene mit ihren Pro Sound und backlight gemoddeten Geräten bereits bewiesen. Im vorliegenden Buch zeigt uns der Autor, wie man mit dem Game Boy ein Messgerät baut um einen Einblick in die Digital- und Mikrocomputertechnik zu erhalten.

In Kapitel 1 bekommen wir Grundlagen der Digital- und Mikrocomputertechnik vermittelt. Wir erfahren, wie der Game Boy als Mikrocomputersystem aufgebaut ist, wie die ansprechbaren Adressen (Memory Map) aufgeteilt sind, wie der Game Boy Edge Connector arbeitet und wie sich die Pinbelegung der Cartridges gestaltet.

Kapitel 2 beschäftigt sich mit der Entwicklung zusätzlicher Hardware für den Game Boy. Hierzu schreibt der Autor erst ein Testprogramm in C das er mittels eines Compilers in die Maschinensprache des Game Boys übersetzt und „Guten Tag“ auf dem Display ausgeben soll. Sehr gut sind hierbei die Empfehlungen zur angewandten Software inkl. Quellenangabe für den direkten Download. Die Software brennt er im Anschluss auf ein 32-KB EPROM.

In Kapitel 3 wird das eigentliche Messprogramm geschrieben und fachlich in Struktur und Prozedur unterteilt.

Im 4. Kapitel wird das bisher Dargestellte durch eine Analog-Digital-Einheit ergänzt, durch die der Game Boy in die Lage versetzt wird, analoge Werte wie z.B. Volt, Ohm oder die Temperatur zu messen.

Experimentell wird es in Kapitel 5: Hier finden Spannungsmessungen mit Hilfe eines Windrads, Abkühlungsmessungen durch Eis und die Leitfähigkeit von Barytwasser statt.

Kapitel 6 beschäftigt sich mit Datenfernübertragung, Messungen in 12-Bit-Qualität, acht Messkanälen und den Hinweis darauf, dass es für Privatpersonen gar nicht so leicht ist, die Game Boy Messbox als Cartridge zu entwickeln.

Ein umfangreicher Anhang zur Bedienung der Messbox sowie eine Übersicht der reservierten Speicheradressen runden dieses voll und ganz technische Buch ab.

Ja, voll und ganz technisch: Ich muss zugeben, dass ich im ersten Kapitel bereits den Faden verloren habe und unglücklich über die vielfältigen Fachausdrücke aus der Informatik und Elektrotechnik gestolpert bin. Ohne entsprechendes Hintergrundwissen liegt diese Lektüre arg schwer im Magen und eine Rezension ist mir deswegen nicht leicht gefallen. Ich hoffe dennoch einen verständlichen Überblick über die Kapitel gegeben zu haben und empfehle das Buch gerne an alle weiter, die mit Begriffen wie Steuerregister, invertierte Signale, Bi-directional Bus, parallele Ein- und Ausgabe, I/O Map etc. etwas anfangen können.

Ein Gedanke zu “Messen und Steuern mit dem Game Boy

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