Game Genie

G a s t b e i t r a g

(Matt) Viele Spieler die in den Achtzigern groß geworden sind, erinnern sich mit Sicherheit noch: Eine Zeit, in der Videospiele teilweise noch mit richtig viel Arbeit verbunden waren. Die Spiele waren vielleicht an sich nicht schwieriger als heute – aber viele der lebenserleichternden Dinge wie Autosavepoints oder Quicksavefunktionen gab es schlicht noch nicht. Das Maximum an Luxus stellte damals eine Passwortabfrage dar um direkt in hohen Levels zu starten oder auf eine eingebaute Batteriefunktion zugreifen zu können. Zweitere Funktion hatten aber gerade auf dem Game Boy nur sehr wenige Spiele.

Zelda, Super Mario Land 2 und Mystic Quest sind wohl meine einzigen, die darunter fallen.

Auch konnte man sich damals nicht mal schnell im Internet nach einer Lösung umschauen. An Walkthroughs in Videoform war selbstverständlich nicht zu denken. Das einzige was blieb war der Austausch mit anderen Spielern auf dem Pausenhof über Tipps und Tricks sowie Zeitschriften, die monatlich ein paar Cheats veröffentlicht haben. Ansonsten war man seinerzeit schon sehr auf sich allein gestellt.

Diesen – teils frustrierenden – Umstand konnte man aber mit dem inoffiziellen Hardware-Addon Game Genie ein wenig entgegenwirken. Hierzu bedarf es aber erst einmal einer kurzen Beschreibung, wie das Teil eigentlich funktioniert. Mit klassischen Cheats hat das nämlich nicht so viel zu tun. Das Game Genie baut vielmehr eine Brücke zwischen Modul und Gameboy, wobei es Daten direkt manipuliert, bevor sie auf dem Game Boy ausgegeben werden. Eine Art Trainer, wie man es aus der Homecomputer- und PC Szene kennt, jene kleine Programme, die in den RAM geladen werden, bevor das Spiel gestartet wird und bestimmte Aus- und Eingaben des Spieles durchschleust und verändert. Genau nach diesem Prinzip funktioniert auch das Game Genie.

Aussehen

Der schon ohnehin klobige Game Boy wird mit dem Aufsatz noch einmal um die Hälfte länger und schwerer. Aussehen tut das cool – handlich ist das Ganze aber nicht mehr – längere Spielzeiten werden dadurch fast unbequem. Wobei längere Spielezeiten aber eh nicht mehr zwingend nötig sind, wenn man auf einmal mit 999 Leben durch die Level brettert.

Das Game Genie wird nun also wie ein Modul in den Game Boy eingeführt – in das Game Genie wird dann das Spielemodul gesteckt. Und hier haben die Entwickler mitgedacht: Das Modul wird falsch herum reingesteckt – sehr praktisch, denn dem Game Genie liegen kleine aufklebbare Codekarten bei (siehe Bild). Dort sind dann die Codes direkt sichtbar und können bequem abgetippt werden.

Außerdem ist das Game Genie noch mit zwei Buttons versehen: Der eine dient dazu, das (Cheat)Modul ein- und auszuschalten. Der andere dient dazu in das Menü vom Game Genie zu springen. Warum man ersten Button braucht ist mir jedoch nicht ersichtlich. Ohne Cheats spiele ich doch lieber mit dem „nackten“ Game Boy.

Vom Design her gesehen eigentlich ein schönes durchdachtes Stück Hardware. Besondern gefallen hat mir auch die kleine Klappe auf der Rückseite (siehe Bild), in der sich das beiliegende Codebuch im Miniformat befindet. Sehr toll! Abgesehen von der eingangs erwähnten klobigen Handhabung ist das Game Genie ein optisch schönes Addon für den Game Boy.

Benutzung

Nachdem man das Game Genie zusammengebaut hat, kann es losgehen. Den Game Boy einschalten und schon kommt statt dem gewohnten Nintendo Logo das Menu des Game Genies. Hier darf man nun Codes eingeben. Dies geschieht über eine virtuelle Tastatur, die mit dem Steuerkreuz gesteuert wird. Die Codes bestehen aus einer mehrstelligen Zahlen- und Buchstabenabfolge und können kombiniert werden. Ein Code hat dann eine bestimmte Wirkung wie z. B. unendlich Leben in Super Mario Land. Die Codes kann man entweder aus dem Codebuch übernehmen oder selbst eingeben und sich überraschen lassen welche Wirkung sie haben. Damit man nicht komplett alleine gelassen ist, liegt auch eine ordentliche Anleitung bei, die einem erklärt, wie man Codes variieren oder herausfinden kann.

Fazit

Vor allem, weil es heute Lösungen in Massen online gibt und jeder Cheatcode und geheime Level inzwischen bekannt sein dürfte, kann man eigentlich weitgehend auf den Game Genie verzichten. Für einige besonders harte „Nüsse“ wird er aber unverzichtbar bleiben. Abgesehen davon ist es natürlich auch cool ein solches Stück Hardware zu besitzen. Für Sammler muss es ja nicht immer einen hohen Nutzwert haben. Ein interessanter Aspekt ist übrigens, dass das Programm des Game Genies von den Codemasters entwickelt wurde: Heute den meisten eher bekannt durch einige Konsolen- und PC-Games. Fazit: Für jeden Sammler von Game Boy Zubehör ein muss! Diverse Features wie das kleine Fach zum Aufbewahren des Codebuches machen das Game Genie für den Game Boy zu etwas ganz besonderem.

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