




(pwc) Ende der 80er- und in den 90er-Jahren gab es wohl kaum ein Kind, das beim Namen Teenage Mutant Ninja Turtles (alternativ: Teenage Mutant Hero Turtles) nicht in Entzückung geriet. Die Rede ist von vier mutierten Schildkröten, die zusammen mit ihrem Meister Splinter in der New Yorker Kanalisation leben und gegen Shredders finstere Pläne ankämpfen.
Die Merchandising-Maschinerie konnte anlaufen: Die ursprünglichen Comics (mit hohem Gewaltgrad) mündeten in eine Zeichentrickserie, gefolgt von drei Realverfilmungen, einem computeranimierten Film bis hin zu Michael Bays Beitrag aus dem Jahr 2014. Auch im Videospielbereich haben die Turtles ihre Finger im Spiel: Vom einfachen Konami-LCD-Spiel der 80er-Jahre bis hin zum im Oktober 2014 erschienenen Teenage Mutant Ninja Turtles: Danger of the Ooze erfährt jede neue Spielergeneration, was es bedeutet, in die Rolle von Leonardo, Donatello, Raphael oder Michelangelo zu schlüpfen – eine ganze Menge Action!
Im ersten Game Boy-Spiel Fall of the Foot Clan, das 1990 erschien, ist unsere Aufgabe recht simpel: April O’Neil, ihres Zeichens TV-Nachrichtenreporterin und Kontaktperson der Turtles, wurde von Shredder entführt. In der Rolle einer der vier Turtles begeben wir uns an die Oberfläche und hauen kräftig auf den Putz. Da Shredder seine wertvolle Geisel auf jeden Fall behalten möchte, schickt er uns seine Armee an Fußsoldaten entgegen, die uns möglichst schnell unschädlich machen soll. Zwischen die Fußsoldaten mischen sich auch gerne fliegende Drohnen, zuschnappende hundeähnliche Roboter (Mouser) oder – im Falle der Kanalisation – aggressive Fledermäuse und Autoreifen, die aus dem Nichts erscheinen, um uns zu plätten. Selbst Fußsoldaten-Teams auf Motorrädern wollen uns an den Panzer – aber keine Chance. Auch Shredders Handlanger, der Nashorn-Mutant Rocksteady, schafft es am Ende des ersten Levels nicht, uns in die Schranken zu weisen.
Apropos Levelende: Nach jedem Level habt ihr die Möglichkeit, auf einen anderen Turtle umzusteigen, mit dem ihr das nächste Level bestreitet. Die Turtles unterscheiden sich zwar optisch nicht durch ihr Äußeres, aber allein die Tatsache, dass ihr plötzlich eine andere Waffe in der Hand haltet und demnach einen anderen Turtle steuert, macht ungeheuer Laune. Leonardo kämpft mit seinem Katana (Schwert), Donatello mit einem Bo (Kampfstock), Raphael ist mit seinen Sais (Dreizacken) unterwegs und Michelangelo lässt seine Umwelt die Nunchakus spüren.
Im Laufe des Spiels werdet ihr einige Probleme zu meistern haben: Neben dem Warzenschwein Bebop sind es vor allem die unzähligen Fußsoldaten, die euch ausbremsen wollen. Manche von ihnen kommen aus einem so ungünstigen Winkel auf euch zugesprungen, dass ein Ausweichen nur schwer möglich ist. In diesem Fall hilft allerdings ein Sprungtritt in die Luft oder – noch besser – die Waffe rechtzeitig einzusetzen. Auf dem Highway kämpfen wir uns über die Anhänger fahrender LKWs und begegnen dem Fliegen-Mutanten Baxter Stockman.
Das vierte und vorletzte Level zeichnet sich durch üppige Sprungpassagen aus. Mitten auf dem Hudson River gilt es hier, sicher von Baumstamm zu Baumstamm zu springen. Selbstverständlich haben die Fußsoldaten etwas dagegen und zwingen uns immer wieder ins Wasser zurück. Und was begegnet uns im Fluss? Richtig – Piranhas. Piranhas im Hudson River. Bei den Turtles ist das möglich. Lasst euch nicht allzu oft anknabbern und regeneriert eure Energie regelmäßig durch Pizzastücke, denn der Gegner, der uns am Ende dieses Levels erwartet, hat es in sich und stellt alle anderen Bösewichte in den Schatten: Shredder erscheint! Das Problem an diesem Gegner: Seine Reichweite mit dem Schwert ist konkurrenzlos. Hier gilt es, zuerst einen Treffer zu landen und sich direkt zurückzuziehen, bevor man selbst getroffen wird.
Im Technodrom, dem Hauptquartier Shredders und des gefürchteten Krang, angekommen, wird gegen uns alles mobilisiert, was irgendwie elektronisch ist: Mouser, Drohnen, Einradroboter, Laserbarrieren – das volle Programm. Und doch: Schlussendlich stehen wir ihm gegenüber. Dem absolut bösen Krang, dem Kriegsherrn aus der Dimension X, der uns mit fiesen Sprungattacken in die Knie zwingen will. Nichts da! Auch von Krang bleibt am Ende wenig übrig – dank der unglaublichen Turtle Power.
Teenage Mutant Ninja Turtles: Fall of the Foot Clan gehört in jede Game Boy-Sammlung. Das Spiel ist hervorragend ausbalanciert, wirkt zu keinem Zeitpunkt unfair, bietet den grandiosen Turtles-Sound und ist dank der Auswahl aller vier Helden abwechslungsreich genug. Mit relativ großen Sprites und flüssiger Animationen hat das Spiel auch grafisch einiges zu bieten. Wunderbar sind zudem die hübsch gepixelten Bilder zwischen den Leveln. Wer es noch nicht in der Sammlung hat – definitiv zuschlagen!




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