




(pwc) Mortal Kombat, seinerzeit stärkster Konkurrent von Street Fighter II, wollte anders sein: brutaler! Genau das ist Programmierer Ed Boon und Designer John Tobias gelungen. Wenn man sich das Schicksal des Arcade-Originals von 1992 und die 1993 auf etlichen Heimkonsolen umgesetzten Versionen anschaut, freue ich mich jetzt doch ein wenig, ganz unverfangen über die weder beschlagnahmte noch indizierte Game Boy-Fassung schreiben zu können.
Worum geht es? Böse Mächte existieren in einer fernen Welt – dem Outworld. Gierig schauen ihre Herrscher in Richtung Erde, die sie gerne einnehmen würden, um ihre Macht auszuweiten. Die Elder Gods, die eine Art Aufsichtsfunktion ausüben und für den Ausgleich der Kräfte sorgen, stoppen die Kreaturen aus dem Outworld vor einer hemmungslosen Invasion der Erde. Sie rufen das Mortal Kombat-Turnier ins Leben, in dem sie den stärksten Kämpfern der Erde die Möglichkeit bieten, das schreckliche Schicksal ihres Heimatplaneten abzuwenden. Im Mortal Kombat-Turnier treffen Menschen und Monster aufeinander – gewinnt die Auswahl der Outworld-Kämpfer zehnmal in Folge, wird die Erde angegriffen. Sobald ein Kämpfer der Erde das Turnier gewinnt, wird dieser zum Great Champion ausgerufen. Ein großer Champion im wichtigsten aller Turniere zu sein, ist eine ehrenhafte Errungenschaft.
Das Turnier läuft folgendermaßen ab: Wählt einen der sechs Kämpfer aus. Zur Auswahl stehen Liu Kang, Kano, Sonya Blade, Raiden, Sub-Zero und Scorpion. Dann kann’s auch schon direkt losgehen. Ihr prügelt euch die Karriereleiter hinauf und besiegt zunächst die übrigen fünf Kämpfer. In jeweils zwei Runden könnt ihr zeigen, was in euch steckt. Mit High- und Low-Kicks sowie Schlägen zermürbt ihr euren Gegner zunehmend. Auch der bekannte Fußfeger sowie der Uppercut stehen euch zur Verfügung. Jeder Kämpfer verfügt darüber hinaus über Spezialtechniken. Zum Beispiel kann Scorpion eine Harpune abschießen, Kano verwandelt sich in einen Kanonenball, und Sonya zeigt euch ihren legendären Beinwurf. Solltet ihr die ersten fünf Kämpfe überlebt haben, steht das Mirror Match an. Hier kämpft ihr gegen denselben Charakter, den ihr zu Beginn des Spiels ausgewählt habt.
Nach dem Mirror Match beginnt der eigentliche komplizierte Teil des Spiels: die Ausdauerkämpfe (Endurance Matches). Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, und nur die besten und taktisch klugen Kämpfer kommen weiter. In den Ausdauerkämpfen stehen euch pro Runde zwei Gegner hintereinander gegenüber. Insgesamt müssen also vier Kämpfer pro Match besiegt werden. Eure Lebensanzeige füllt sich dabei nur nach einem Rundenwechsel wieder auf. Drei Endurance Matches müssen geschafft werden, bevor Goro erscheint – ein 2000 Jahre altes Wesen, halb Mensch, halb Drache. Mit einem muskulösen und kampferprobten Körper, einer Größe von 2,50 Metern und seinen vier Armen ist dieses Monster ernst zu nehmen. Goro ist derzeitiger Titelträger des Mortal Kombat-Turniers und damit ein großer Champion. Besiegst du Goro, besiegst du das Team Outworld.
Tja, da liegt er nun vor deinen Füßen – der Champion. Goro ist besiegt, die Erde wieder einmal gerettet, doch dann erscheint plötzlich der böse Zauberer Shang Tsung und versucht doch noch, einen Sieg für das Outworld herauszuschlagen. Shang Tsung ist so mächtig, dass er die Formen jedes Kämpfers annehmen kann. Sei also auf der Hut – du kannst dir zu keinem Zeitpunkt sicher sein, wer sich dir tatsächlich in den Weg stellt.
Mortal Kombat auf dem Game Boy gibt sich wirklich Mühe: sechs Kämpfer, drei verschiedene Stages, die bekannte Mortal Kombat-Melodie. Leider – und ich weiß nicht, woran es liegt, an einer verhunzten Programmierung oder doch an der technischen Limitierung der Hardware – ist das Spiel so dermaßen langsam, dass sich keine wirkliche Begeisterung einstellen will. Gerade die Uppercut-Animation fühlt sich ewig an. Mit Spielen wie The King of Fighters ’95 oder Battle Arena Toshinden ist man auf dem Game Boy deutlich besser bedient.




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