Game Boy: Spy vs. Spy Operation Boobytrap

Veröffentlicht am

in

(pwc) Anfang der 60er-Jahre trägt die Welt unter anderem auch den bis dahin bereits 13 Jahre währenden Ost-West-Konflikt aus. Zwischen der NATO (Westmächte) und dem Warschauer Pakt (Ostblock) kam es zwar bis zum Ende des Kalten Krieges 1989 glücklicherweise nie zu aktiven Kriegshandlungen – allerdings sah man sich auf beiden Seiten, zumindest theoretisch, einer permanenten Gefahr ausgesetzt.

Nach seiner Flucht aus dem sozialistischen Kuba schuf Zeichner Antonio Prohias die beiden verfeindeten Spione, die sich zu absoluten Kultfiguren entwickelt haben und ein Sinnbild des Ost-West-Konflikts sein dürften. Neben ihren Auftritten in den MAD-Heften existiert heute einiges an Merchandise wie Sammelfiguren, ein Brettspiel, T-Shirts oder auch Videospiele.

Auch der Game Boy wurde bedacht und hat mit Operation: Booby Trap ein ziemlich gemeines Spiel spendiert bekommen. Wieso gemein? Ganz einfach: Am Ende kann nur einer gewinnen – der schwarze oder der weiße Spion. Dabei ist es völlig egal, wie man gewinnt – aber nicht, wie man verliert. Das wird euch nämlich übel aufstoßen – und wenn ihr doch zu zweit spielt und euch euer Gegner auch nur den Ansatz von Schadenfreude signalisiert, solltet ihr beide besser eure Game Boys ausschalten, bevor noch ein Unglück passiert.

Um was geht es in dem Spiel? Ihr seid Spion eurer Botschaft und erhaltet den Auftrag, fünf sehr wichtige und streng geheime Utensilien aufzuspüren. Hierbei kommt euch allerdings der gegnerische Spion in die Quere, der zufällig dasselbe Ziel verfolgt. Im Speziellen handelt es sich um einen Microfilm, einen Blueprint, eine Floppy Disk, eine Secret File und den CPU-Chip. Jedes Utensil ist in vier Teile zerlegt und in verschiedenen Welten versteckt. Nach den ersten fünf Leveln habt ihr somit jeweils nur ein Viertel des jeweiligen Gegenstands errungen.

Die Level gestalten sich abwechslungsreich: Tropische Insel, Vulkanberg, Schneelandschaft, Höhle und Pyramide bieten euch spannende Settings voller Gefahren. Um ein Level erfolgreich abzuschließen, müsst ihr fünf Diamanten sammeln, die in Truhen versteckt sind. Das Problem: Ohne den Aktenkoffer könnt ihr nur einen tragen. Wer den Aktenkoffer als Erster entdeckt, ist somit schon einmal im Vorteil. Gelingt es euch, den Aktenkoffer mit fünf Diamanten zu bestücken, muss nur noch schnell der Levelausgang gefunden werden.

Selbstverständlich versucht euch der gegnerische Spion an eurer Mission zu hindern. Und hier kommt die Gemeinheit ins Spiel: Durch Boxhiebe könnt ihr dem Gegner zwar auch den Garaus machen – viel interessanter wird es aber, wenn ihr Fallen platziert. Zum Beispiel könnt ihr in Truhen Bomben verstecken und darauf hoffen, dass sie vom Gegner ausgelöst werden. Oder ihr nutzt die vielfältigen anderen Möglichkeiten, die euch das jeweilige Level bietet. Auf der tropischen Insel kann man zum Beispiel lose Kokosnüsse in den Palmen verstecken. Läuft der Gegner unter der Palme hindurch, wird er prompt getroffen.

Im verschneiten Berglevel kann man mit einem Hammer gegen Tannenbäume schlagen. Der sich dabei lösende Schnee wird zur Falle. Was den Gegner auch sehr ärgert: Batterien in Gewitterwolken. Probiert es einfach mal aus.

Ein Spion, der den Koffer und vier Diamanten besitzt, macht sich zur direkten Zielscheibe. Die Kopfjagd ist eröffnet, denn er benötigt jetzt nur noch den einen Diamanten, der sich womöglich in eurem Besitz befindet. In einer solchen Situation kann auf dem Spielfeld einiges passieren: Der Gegner spürt den letzten Diamanten auf und beendet das Level oder er löst eine Falle aus und verliert dadurch alle seine Errungenschaften. Dieses Szenario ist unglaublich, denn dabei verliert er den Koffer (inklusive Inhalt). Der zweite Spion wird jetzt versuchen, sofort an den Koffer zu gelangen, um das Level selbst zu beenden. Hierbei seid ihr meist völlig machtlos, weil es eine Zeit lang dauert, bis ihr euch wieder erholt habt und auf den Beinen steht.

Daneben gibt es noch eine weitere Hürde zu meistern: In jedem Level steht euch nur ein bestimmtes Zeitkontingent zur Verfügung. Damit die Suche nach den Diamanten nicht ausufert, könnt ihr mit Select eine Landkarte aufrufen. Hier sind sämtliche Truhen mit Diamanten verzeichnet. So könnt ihr gezielt vorgehen und spart euch wertvolle Zeit. Der Koffer ist natürlich nicht gelistet.

Ein wichtiger Hinweis am Rande: Platzierte Bomben und Fallen nehmen auf keinen der beiden Spione Rücksicht. Es kommt also auch mal vor, dass man in seine eigene Falle läuft. Ist die Lebensenergie am Boden, bleibt man am besten stehen und bewegt sich nicht. Auf diese Weise regeneriert ihr zwar einerseits eure Energie – schenkt dem Gegner aber auch wertvolle Zeit, um in Ruhe seinem Geschäft nachzugehen.

Wer sich an Spy vs. Spy Operation: Booby Trap wagt, sollte ein dickes Fell haben und möglichst stressresistent sein. Das Spiel ist explosiv. Daneben bekommt ihr wirklich schöne Grafiken, zwei sympathische Kultfiguren und einen außerordentlich gelungenen Zweispielermodus präsentiert. Von mir gibt’s auf jeden Fall eine Empfehlung.

Bewertung: 3 von 5.

Eine Antwort zu „Game Boy: Spy vs. Spy Operation Boobytrap“

  1. […] Kemco’s ►Spy vs. Spy kann ein ziemlich ärgerliches Spiel werden wenn euch der gegnerische Spion mal wieder zu arg in […]

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..


Dir gefällt dieser Beitrag?

GAME BOY Camera Bilderservice
GAME BOY Printer Papierservice

544.447 Besuche