Game Boy: Fist of the North Star

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(pwc) Erstmalig bin ich durch den Anime Hokuto no Ken Anfang der 90er Jahre mit Fist of the North Star in Berührung gekommen. Damals wurde die VHS-Kassette fleißig in der Klasse hin- und hergetauscht. Die Brutalität des Films hat ihresgleichen gesucht und war für uns seinerzeit eine völlig neue Erfahrung.

Animes/Zeichentrickfilme/Cartoons hatten bisher und bis Fist of the North Star einen eher freundlichen, actionreichen oder abenteuerlichen Hintergrund, wenn man einmal an Mainstream-Serien wie Transformers, He-Man and the Masters of the Universe, Marshall Bravestarr oder MASK denkt.

Die Brutalität im Film (und natürlich in der Serie) hat aber gut gepasst – so war sie Ausdruck einer durch einen Atomkrieg zerstörten Welt, in der das Gesetz des Stärkeren galt. Und dem Stärkeren war ein Menschenleben nur dann recht, wenn es ihm bei der Verfolgung seiner Ziele nicht im Wege stand. Oftmals wurde aber auch lediglich aus sadistischer Laune heraus gemordet. In der Regel lief eher früher als später Blut über die Mattscheibe.

Der Held der Serie/im Film: Kenshiro. Seines Zeichens Erbe des berüchtigten Hokuto-Shinken-Kampfstils und ein Mann, der seinerseits eine interessante, aber den rauen Zeiten geschuldete Rechtsauslegung vertritt: das Unrecht besiegen und diskussionslos mit dem Tode bestrafen.

Fist of the North Star war bzw. ist so dermaßen erfolgreich, dass seit mehreren Jahrzehnten Videospiele veröffentlicht werden. Die Game Boy-Version von Fist of the North Star: 10 Big Brawls for the King of the Universe bringt zwei Besonderheiten mit sich: Auf dem Game Boy war es das erste Spiel, das auf einer Anime-Serie basiert, und darüber hinaus auch das erste Fighting Game.

Zur Auswahl stehen drei Modi: Normal, VS und Team. Sehr interessant ist, dass euer Kämpfer im Normal-Modus Erfahrungspunkte sammelt. Diese bewirken, dass sich zu gegebener Zeit euer Level erhöht – was wiederum einen Anstieg des Angriffs- und Verteidigungswerts bedeutet. Den hochtrainierten Kämpfer dürft ihr dann im Anschluss im VS- oder Team-Modus zum Einsatz bringen.

Insgesamt könnt ihr aus elf Kämpfern wählen, von denen jeder individuelle Kampftechniken und Angriffe beherrscht. So liegen auf den Tasten A und B (sofern beide belegt sind) unterschiedliche Aktionen. Bedenkt: Heart und Uygur sind die massigsten Charaktere und können weder springen noch sich ducken.

Die Stages orientieren sich stark an der Manga- und Animevorlage. So treffen wir zum Beispiel Uygur im Gefängnis von Cassandra, Souther am Aufgang zum Holy Emperor Cross Mausoleum und Shin im Thronsaal seines Palastes.

Fist of the North Star auf dem Game Boy war als erstes Kampfspiel natürlich anfangs konkurrenzlos. 1989/1990 war das in Ordnung. Heute können wir aus einer Vielzahl von Beat ’em-ups wählen, und Fist of the North Star dürfte gegenüber einem Mortal Kombat II, Battle Arena Toshinden oder Samurai Spirits ziemlich weit abgeschlagen und sehr weit hinten liegen. Trotz Passwortfunktion, Versus-Modus und Team-Tournament ist das Spiel heute leider nicht wirklich zu empfehlen. Durch die eingeschränkte Buttonbelegung sind weder Kombos möglich noch andere aus Prügelspielen bekannte Aktionen wie zum Beispiel Blocken und Werfen. Grundsätzlich stehen sich im Spiel Distanzkämpfer mit Charging-Moves und Nahkämpfer gegenüber. Mehr als ein wildes Aufeinanderhämmern oder Projektile quer durch den Bildschirm schießen, ist es leider nicht.

Bewertung: 2 von 5.

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