Game Boy: Swamp Thing angespielt

(pwc) Swamp Thing ist einer dieser Titel auf dem Game Boy die ich so fürchterlich finde, dass ich an einem Durchspielen keinerlei Interesse habe. Dabei finde ich den Charakter ziemlich cool und auch die Message, die hinter dem Spiel steht, ist ehrenhaft: sich für mehr Umweltschutz einsetzen!

In der Welt von Swamp Thing (gehört zu DC Comics) ist genau das nämlich ein Riesenproblem: der bitterböse Dr. Arcane hat einen Plan entwickelt, um die Welt zu regieren. Er leitet Mutationsserum in die Atmosphäre das früher oder später durch Niederschlag Einfluss auf die Bewohner der Erde nehmen wird. Auf diese Weise versucht er sich eine riesige Armee von willenlosen und einfach zu steuernden Soldaten zu schaffen.

Nur Swamp Thing kann ihn aufhalten. In diesem Wissen hat Dr. Arcane sogenannte „Un-Men“ ausgesandt, um die Welt zu verschmutzen und Swamp Thing aus seinem Versteck zu locken.

Durch das Leid der Erde geschwächt, macht sich Swamp Thing auf den Weg die Un-Men zu finden und die biologisch/regenerativen Stärkungsmittel zu beschaffen, die sie bewachen. Da die Welt verpestet ist, ist es deine Aufgabe die mutierten Kreaturen und Pflanzen zu heilen und nebenbei auch Müll zu recyceln, den die Un-Men über das Land verstreut haben. Sobald Swamp Thing die Umwelt wiederhergestellt und seine Kräfte wiedererlangt hat, wird er stark genug sein, um sich endgültig mit Dr. Arcane auseinanderzusetzen.

Soweit die Story und jetzt auf in den K(r)ampf gegen die Müllsünder.

Zu Beginn des Spiels dürfen ihr euch aussuchen, welche Welt ihr als erstes säubern möchtet. Zur Auswahl steht der Wald, die Wüste oder die Arktis. Habt ihr eine Wahl getroffen, müsst ihr schnell handeln. Euer Energie- und auch der Umweltbalken befinden sich im permanenten auf und ab. Ist einer dieser Balken vollends aufgebraucht, verliert ihr ein Leben. In allen Leveln gelten dieselben Regeln und Aufgaben: Müll recyclen, mutierte Pflanzen und Tiere heilen und verhindern, dass ihr selbst vergiftet werdet. Auf Taste B liegt der Heilschuss – allerdings bedient sich dieser an eurer Lebensenergie. Sobald ihr aber mutierte Wesen rettet, geben diese Energie ab die ihr regelmäßig aufsammeln solltet. Mutierte Pflanzen und Tiere verhalten sich übrigens auffällig und sind in dunklen Tönen gepixelt.

Jede Welt besteht aus mehreren Abschnitten und oft ist es leider gar nicht offensichtlich, wo der aktuelle Abschnitt endet und der neue beginnt. Solltet ihr euch mal verlaufen haben (passiert zum Beispiel gerne in der Pyramide bei den Portalschaltern), könnt ihr euch mit Select + A zurück zum Auswahlbildschirm der Welten befördern. Das klappt allerdings nur, wenn ihr nicht vergiftet seid. Im Auge behalten solltet ihr definitiv den Energie- und Umweltbalken. Zum Energiebalken: dieser baut sich ab, wenn man Pflanzen und Tiere heilt, oder wenn man selbst vergiftet wurde (dann kontinuierlich). Hat man das Pech und wurde vergiftet, ist eine Heilung nur noch über die Wasser- oder Sonnenzeichen möglich. Der Umweltbalken wird euch etwas mehr unter Druck setzen: da sich dieser Balken jederzeit selbst abbaut, seid ihr nahezu verpflichtet Pflanzen und Tiere zu heilen oder auch Müll zu recyclen um die freiwerdende Energie aufzusammeln.

Da Swamp Thing ein DC-Superheld ist, bedarf es natürlich auch Superkräften. Diese verdient ihr euch durch biologisch/regenerative Stärkungsmittel und sind sehr notwendig für euren Endkampf mit Dr. Arcane. Um an die Mittel zu gelangen müsst ihr die Bosse der Level besiegen:

Dr. Deemo
Verschmutzt die Wüste und versucht Swamp Thing mit einer Voodoo Puppe zu töten. Bewacht die Haut aus Baumrinde (Schutz vor körperlichen Angriffen; springen ist nicht möglich).

Skin Man
Verschmutzt die Arktis. Nutzt fliegende Angriffe. Bewacht die Tarnung (Swamp Thing ist unsichtbar. Kann sich nicht bewegen und angreifen).

Weed Killer
Verschmutzt den Wald. Greift mit Giftspray an. Bewacht die Haut aus Dornen (schützt Swamp Thing vor Vergiftung. Leider kann er damit selbst nicht mehr so effektiv andere heilen).

Dr. Arcane
Verschmutzt die Welt von seinem versteckten Labor aus. Kann sich in verschiedene Formen mutieren.

Ich muss zugeben, das hört sich alles gar nicht mal so schlecht an und macht neugierig. Doch kommen wir nun zu den Punkten, die mich wenig überzeugen konnten. Hierzu zählt der verunglückte Levelaufbau. Man sieht nicht was sich unter einem befindet – schlecht, wenn man sich zeitweise springend durchs Level bewegen muss. Die Portalschalter in der Pyramide ziehen das Spiel unnötig in die Länge und wie ihr wisst, ist im Hinblick auf den Umweltbalken Zeit so ziemlich das Kostbarste das ihr besitzt. Ungünstig ist weiterhin die fehlende Möglichkeit direkt nach unten oder oben zu schießen, da es manche Gegnertypen für sehr witzig halten, sich euch von oben zu nähern. Der Schuss in die Diagonale kann da zwar schon einiges bewirken, aber bringt ihr den Gegner nicht sofort zur Strecke, heißt es für euch: umpositionieren (kosten wieder Zeit).

Furchtbar sind auch die nervige Hintergrundmusik und der springende Swamp Thing: eines der hässlichsten Sprites auf dem Game Boy. Der Track im Startbildschirm ist hingegen cool. Alles in allem kann ich das Spiel nicht empfehlen. Dann doch lieber selbst zu Besen, Schaufel und Müllsäcken greifen und vor der eigenen Tür für etwas mehr Umweltschutz sorgen.

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