




(pwc) Wir befinden uns weit zurück in der japanischen Geschichte – genauer gesagt in der Heian-Zeit (ab 794 n. Chr.). Damals kannte man das heutige Kyoto noch unter einem ganz anderen Namen: Heian-kyō, die kaiserliche Residenzstadt des Friedens und der Ruhe.
Mit der Ruhe ist es allerdings gerade so eine Sache, denn die Stadt sieht sich einem plötzlichen Alienangriff ausgesetzt. Während die Bürger panisch über die Straßen laufen, stellt sich ein Kebiishi-Ritter den Außerirdischen mutig in den Weg – und dies mit einem außergewöhnlichen Plan: Mit einer Schaufel bewaffnet kommt ihm die grausame Idee, tiefe Löcher auszuheben und die Aliens bei lebendigem Leibe zu begraben.
Kaum ist der Plan gefasst, wird er auch bereits in die Tat umgesetzt. Hier kommen wir natürlich ins Spiel. Als Kebiishi-Ritter (eigentlich ein Verwaltungsbeamter mit polizei- und richterlichen Befugnissen) haben wir zu Beginn des Spiels die Wahl, ob wir Heiankyo Alien in der alten oder in der neuen Version spielen möchten.
Die alte Version besitzt rudimentäre Grafiken, die an schwarze Bauklötze erinnern. Die neue Version hingegen ist vergleichsweise hübsch gepixelt. Beide Fassungen dürften ihre Verfechter finden. Während die alte Version größere Ähnlichkeiten mit der PC- oder Arcade-Fassung hat und leider neben Soundeffekten keine Hintergrundmusik besitzt, trumpft die neue Version mit einem der besten Spielesoundtracks auf, die ich bisher auf dem Game Boy gehört habe.
Beide Versionen haben eines gemeinsam: das Gameplay. Wir steuern unseren Helden durch einen Teil der Stadt und navigieren geschickt durch die Straßen. In den Straßen bewegt sich eine bestimmte Anzahl an Aliens. Unser Ziel ist es nun, Löcher zu graben, abzuwarten, bis sich ein Alien nähert und dieses bestenfalls in das Loch stürzt, um dann geschwind das Loch zu schließen. Auf diese Art entledigen wir uns Stück für Stück der Alienbrut. Dabei müssen wir allerdings immer wachsam bleiben: Die Außerirdischen können sich auch gegenseitig aus den Löchern helfen.
Sind alle Aliens vergraben, dürfen wir uns auf das nächste Level freuen. Je mehr Aliens wir ausschalten, desto aggressiver werden die Exemplare, die sich noch im Level befinden. Das drückt sich zum Beispiel darin aus, dass die Außerirdischen mutiger werden und uns ungewöhnlich nahekommen. Neben den regulären Aliens gibt es auch tintenfischartige Super-Aliens, die uns ganz gezielt verfolgen.
Die Steuerung ist recht simpel: Mit gedrücktem A-Button graben wir Löcher und mit B schließen wir diese wieder. Wie lange die jeweilige Taste gedrückt werden muss, hängt davon ab, ob wir die alte oder die neue Version spielen. Die neue Version ist hier im Vorteil, da das Graben schneller von der Hand geht. In der neuen Version gibt es dafür aber auch Hindernisse wie Straßenlaternen oder Eisenplatten auf dem Boden.
Ganz witzig: In manchen Leveln kann auf einem Fluss ein kleines Boot als Transportmittel genutzt werden, um enge Straßen zu umgehen. Sehr praktisch, wenn im Zentrum der Stadt wieder die Panik ausgebrochen ist und es vor Aliens wimmelt.
Für Game Boy-Zocker, die sich gerne mit Freunden treffen, um über Linkkabel gemeinsam zu daddeln, sei gesagt: Besorgt euch dieses Spiel! Heiankyo Alien besitzt einen mächtigen Multiplayer-Modus, der kooperativ oder gegeneinander ausgetragen werden kann. Spielt ihr die alte Version, dann schließt ihr euch zusammen, um gemeinsam auf Alienjagd zu gehen. In der neuen Version hingegen tretet ihr gegeneinander an. Ihr startet in unterschiedlichen Leveln, aber mit derselben Anzahl an Monstern. Wer als Erster sein Level von allen Monstern befreit, gewinnt. Die Schwierigkeit liegt hier darin, dass besiegte Aliens auf dem Spielfeld des Gegners einmal respawnen.
Wenn ihr euch wundert, wo sich die Versus-Option im Titelscreen befindet: Sie ist versteckt und wird erst dann sichtbar, wenn ihr zwei Game Boys mit einem Linkkabel verbunden habt.
Kein Spoiler, aber ein gut gemeinter Rat: Habt ihr alle 12 Level im Einzelspielermodus geknackt, schaltet den Game Boy nicht direkt aus. Am Ende des Spiels erfahrt ihr noch einen wichtigen Hinweis.
Heiankyo Alien bietet euch ein simples, aber auch motivierendes Spielprinzip. Mit etwas Übung habt ihr das Spiel in 30 Minuten durchgespielt (neue Version). Der Multiplayer-Modus ist genial, und allein dafür lohnt sich die Anschaffung des Moduls. Das Spiel ist in Europa zwar nicht erschienen, auf Börsen und ab und an auch auf Flohmärkten solltet ihr allerdings fündig werden.




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