Game Boy: Super Hunchback angespielt

(pwc) Ich würde nicht so weit gehen und behaupten Super Hunchback sei das Spiel zu Victor Hugo’s historischen Roman der „Glöckner von Notre Dame“. Zugegeben Hunchback (übersetzt: der Bucklige) und Esmeralda sind zwei Hauptfiguren der Geschichte – dies sind aber auch die zwei einzigen Parallelen die ich ausmachen konnte.

Hunchback’s Aufgabe im Game Boy Spiel: Esmeralda den Klauen des bösen Halfenpounder entreißen und aus dem Glockenturm der Burg befreien. Was sich im ersten Moment vielleicht nach einer 0815-Story anhören mag, wird euch im Laufe des Spiels mehrmals auf die Probe stellen und all eure Fingerfertigkeit abverlangen.

Hunchback muss sich, beginnend im dichten Wald, bis in die Burg kämpfen. Hier erwarten ihn unter anderem Katakomben mit brennenden Abgründen, das Verlies mit seinen Skeletten an der Wand oder das Labor mit laufenden Elektrizitäts-Experimenten. Auch nette Räumlichkeiten wie die Küche sind begehbar: der leckere Räucherschinken oder die kochenden Suppentöpfe sind wirklich eine Augenweide. Grundsätzlich und unabhängig des Levels ist Super Hunchback absolut klasse gepixelt. Die Sprites heben sich wunderbar von den detaillierten Hintergründen ab. Nehmt euch unbedingt die Zeit und lasst im vierten Level die Abwasseranimation aus den Kanälen auf euch wirken. Genial!

Halfenpounder hat sich allerdings auch einiges einfallen lassen, um euch den Aufenthalt in der Burg möglichst nicht so sehr schmackhaft zu machen: Stacheln, Kanonenkugeln, Pfeile, Kreissägen oder auch Gewitterwolken wollen euch ans Leder. Menschliche oder tierische Gegner sucht ihr hingegen vergebens. Der größte Feind im Spiel ist allerdings die Zeit die sich, dargestellt durch eine brennende Lunte, viel zu schnell abbaut. Achtet in den Leveln unbedingt auf einsammelbare Sanduhren die euch die Lunte verlängern.

Punkte ergattern ist in Super Hunchback essentiell – ohne kommt ihr wirklich nicht weit. Da es im Spiel keine sammelbaren Power-Ups gibt, seid ihr auf Extraleben angewiesen. An diese gelangt ihr auf unterschiedliche Weise: sammelt in den Leveln möglichst alle Früchte, Diamanten und Glocken ein. Glocken generieren Warplöcher die euch Minispiele bieten, mehrere Glocken erhöhen den Punkte-Multiplikator, ab einer bestimmten Punktzahl erscheinen Buchstaben-Bomben die einzeln betrachtet das Wort E-X-T-R-A ergeben und euch bei Komplettierung ebenfalls mit einem Zusatzleben belohnen.

Witzig aber auch gefährlich: Wenn ihr Hunchback still stehen lasst, wird ihm schnell langweilig und er beginnt Jo-Jo zu spielen, ein Buch zu lesen oder fröhlich ein Liedchen zu pfeifen.

Super Hunchback ist ein Spiel, für das man sich unbedingt Zeit nehmen sollte. Es gehört nicht zu den Titeln, die man mal schnell für zwischendurch in den Game Boy wirft. Dafür werdet ihr aber auch mit einem tollen Leveldesign, hübscher Grafik und einem knackigen Schwierigkeitsgrad belohnt. Einzige Wermutstropfen: die sich permanent wiederholende Hintergrundmusik und dass nicht aufgeklärt wird, wer Halfenpounder ist.

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