Game Boy: Chuck Rock angespielt

(pwc) Sehr schade. Chuck Rock, dem minderbemittelt dreinblickenden aber sympathischen Neandertaler, hätte ich eine wirklich tolle Game Boy Umsetzung gewünscht. Doch was Spidersoft hier abgeliefert hat ist wirklich nicht schön.

Die Hintergrundgeschichte ist in einem Satz erzählt: Chuck Rocks große Liebe Ophelia wurde von ihrer alten Flamme Gary Gritter entführt und Chuck begibt sich in ein Abenteuer um Ophelia aus seinen Händen zu reißen.

Interessant: Weder Ophelia noch Gary bekommt man im Spiel zu sehen. Dafür allerdings eine ganze Menge hässlichen Pixelbrei. Und hier sind wir beim größten Problem an dem Chuck Rock für den klassischen Game Boy leidet. Die Grafik ist ein einziges Durcheinander. Gerade in den ersten drei Leveln setzen sich bewegliche Sprites kaum vom Hintergrund ab. Oftmals verwechselt man die gepixelte Flora mit möglichen Feinden.

Auf seiner Reise muss Chuck vier Level meistern, die ihn unter anderem in die Eiszeit oder auf einen Dino-Friedhof führen. Die Level sind in mehrere Abschnitte gegliedert. Am Ende eines Levels wartet ein prähistorischer Boss auf uns: Triceratops, Säbelzahntiger, Mammut und Tyrannosaurus Rex geben sich die Ehre.

Wieso Tyrannosaurus, der König der Dinosaurier, mit Boxhandschuhen und in Herzchen-Shorts antritt hat sich mir leider nicht erklären wollen. Genauso wenig wie manch anderes Gegner-Design: eine Ente mit riesigem Hals, ein wabbeliges Etwas, bewegliche Pilze – irgendwie mag das gar nicht so richtig in das Setting passen.

Neben vielen Dingen die mich an diesem Titel stören, gibt es natürlich auch ein paar wenige die mir positiv aufgefallen sind. Lustig ist die Tatsache, dass sich Chuck mit seiner Bierwampe zur Wehr setzt oder Gegner einfach mit Steinen bewirft. Um höhere Ebenen zu erreichen, nutzt er Krokodile als Katapult oder überbrückt auf Wasserfontänen gefährliche Streckenabschnitte. Im Eiszeitlevel gibt es im Hintergrund Schneemänner zu entdecken und der Mammut-Levelboss bewirft uns mit Schneebällen.

Das vierte und letzte Level hebt sich deutlich von den vorherigen ab. Hier hat man das erste Mal das Gefühl, ein vergleichsweise übersichtliches Level ohne Pixelbrei zu spielen. Während die Level 1 bis 3 (Dschungel, im Innern eines Vulkans und Eiszeit) für Verwirrung sorgen können, ist Level 4 (Dino-Friedhof) eine Wohltat.

Die musikalische Untermalung ist so lala. In jedem Level dudelt der selbe Track der leider auf Dauer anfängt zu nerven. Dafür ist das Lied im Startbildschirm gelungen – den Track könnte man sich bedenkenlos auf eine Compilation für längere Autofahrten packen.

Chuck Rock würde ich als ein eher schwaches „Steinzeit-Spiel“ auf dem Game Boy Classic bewerten. Dinosaurier-Fans empfehle ich lieber gleich zu B.C. Kid, Joe & Mac: Caveman Ninja oder Prehistoric Man zu greifen.

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