Game Boy: Marble Madness angespielt

(pwc) Die 1984er ATARI-Automatenumsetzung für den Game Boy hat es wirklich nicht leicht. Einerseits ist das Spielprinzip nicht jedermanns Sache, dann besitzt das Spiel praktisch kein Ende und alle Level sind in fünf Minuten schaffbar.

Was ist zu tun? Ihr steuert eine Murmel durch ein dreidimensionales Labyrinth. Ziel ist es den Ausgang innerhalb des Zeitlimits zu erreichen. Der Weg durch die Level birgt dabei mehrere Hürden: da es auf der Strecke praktisch keine Schutzbegrenzungen gibt, dürftet ihr zu Beginn relativ oft ins Bodenlose fallen. Auch der Sturz auf die nächst niedrigere Streckenebene kann tödlich enden – so ist eure Murmel schneller zerbrochen als euch lieb ist. Daneben halten sich in den Labyrinthen diverse Gegenspieler auf wie zum Beispiel die Murmel-Schlucker oder Steelie, die gegnerische Murmel.

Die Level interagieren ebenfalls: so bremst euch mal eine Hebebrücke aus oder ihr werdet von einer Schleuder in einen anderen Streckenabschnitt geschossen. Insgesamt bietet Marble Madness fünf Strecken, von denen vier bergab zu meistern sind und eine bergauf. Mit der Zeit kennt ihr die Strecken auswendig und wisst genau, wo sich der jeweilige Ausgang befindet. Um wertvolle Zeit zu sparen, bieten euch die Level unter anderem auch Abkürzungen. Im dritten Level zum Beispiel könnt ihr euch von einer Welle komfortabel schieben lassen.

Zu Spielbeginn sind zwei Steueroptionen auswählbar. So habt ihr die Möglichkeit eure Murmel in 45° oder 90° Winkeln zu bewegen. Ich selbst komme eher mit der 45° Steuerung zurecht. Murmeln stehen euch übrigens unendlich viele zur Verfügung. Die Murmel zerbrechen solltet ihr aber trotzdem vermeiden, denn bis ihr an der Sterbestelle respawnt, läuft die Zeit gnadenlos weiter.

Apropos Zeit: in den Leveln zwei bis fünf werden euch nicht genutzte Sekunden als Extrazeit für das jeweils nächste Level angerechnet. Extrazeit erwirtschaftet ihr euch, in dem ihr möglichst schnell durch die Labyrinthe rollt. Mit den Tasten A und B könnt ihr eure Murmel mit Höchstgeschwindigkeit über die Strecke jagen – dafür solltet ihr die Strecken aber auch wirklich auswendig kennen und beherrschen.

Nach fünf Strecken ist übrigens Schluss, ohne dass ihr ein Ende präsentiert bekommt, da das Spiel nahtlos mit Level 1 von vorne beginnt. Dies bedeutet, dass ihr faktisch in einer Endlosschleife hängt. Wirklich Schluss ist nur, wenn das Zeitlimit abläuft und ihr damit automatisch Game Over geht. Das Gefühl, das Spiel nicht „wirklich“ beendet zu können, kann gewöhnungsbedürftig sein.

Marble Madness für den Game Boy ist für Spieler mit Fingerspitzengefühl, Geduld und Beherrschbarkeit geeignet. Die meist bedrohliche Hintergrundmusik übt zusätzlichen Druck auf den Spieler aus. Das Sterbegeräusch ist erschütternd. Da halbes Leid geteiltes Leid ist, empfehle ich einen Blick auf den 2-Spieler-Modus.

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