Dragonborne | Spacebot Interactive

(pwc) Lange hat es gedauert und war längst überfällig: der Beitrag zu dem wohl ambitioniertesten Game Boy Homebrew-Titel der vergangenen Jahre. Mit Dragonborne liegt ein mehrstündiges Abenteuer voller Spannung, interessanter Charaktere, monströser Feinde und einer wahnsinnig gut geschriebenen Geschichte vor. Das absolute Highlight im Spiel: der Kampf gegen die Drachen!

Es schien wie ein normaler Tag in der Region Argon. Kris träumt einen wiederkehrenden Traum, den er nicht deuten kann. Trotz seiner Erinnerungslücken ist er froh, weiterhin am Leben zu sein. Von seiner Mutter Helena wird er in Panik geweckt. Sein Vater Kurtis, der Hüter von Argon und nebenbei heldenhafter Drachentöter, ist verschwunden. Helena bittet ihren Sohn nach dem Vater zu suchen. Doch wir befinden uns in einer gefährlichen Jahreszeit – genau in dem Monat, in dem die Drachen, die in ihre Drachenhöhlen verbannt wurden, aus ihrem Schlaf erwachen. Ihre Macht ist dafür verantwortlich, dass allerorts gefährliche Monster auftauchen.

Kris greift nach seinem Speer und macht sich auf in ein grandioses Abenteuer, um einerseits seinen Vater zu finden und andererseits die Bedeutung seines Traums zu lüften. Im Laufe der Zeit findet er heraus, welche Macht in ihm schlummert und wozu er wirklich fähig ist.

Dragonborne ist am ehesten vergleichbar mit Spielen wie Mystic Quest oder The Final Fantasy Legend. Zu Beginn des Spiels findet ihr euch im Elternhaus wieder, von wo die Reise dann auch startet. Hier erhaltet ihr eure Standardwaffe – den Speer. Verlasst das Haus nicht ohne ihn.

Die Region Argon wirkt auf den ersten Blick riesig. In alle Himmelsrichtungen führen Wege. Nehmt euch die Zeit der Orientierung. Am besten gelingt dies übrigens durch die Annahme von Quests. Redet hierfür mit den Dorfbewohnern – so mancher hat wertvolle Tipps parat. Die Quests sind einfach strukturiert und münden meist in Tauschgeschäfte. So trefft ihr in der Stadt Dorgan eine Frau, die ihre Katze Mr. Wiggles vermisst. Die Katze hat sich im Gonrad-Wald verlaufen. Sobald du sie sicher zurückbringst, erhältst du dafür ein Seil. Das Seil ist neben Holz und Nägeln einer der drei Gegenstände, mit denen sich beim Zimmermann ein Floß bauen lässt. Die Gespräche mit den Bewohnern in der Region sind wirklich nett und oftmals witzig. Ich erinnere hier an die beiden Zwillingsbrüder und die geliehene Pfeife im Paket. Oder an den hungrigen Mann, der einer älteren Dame so sehr Leid tut, dass sie ihm ein Sandwich überbringen lässt.

Während du deinen Aufträgen nachgehst, wirst du immer wieder auch an Grenzen stoßen. So muss das Fortkommen im Spiel mit Drachenschuppen freigeschaltet werden. Bevor du allerdings in neue Bereiche vorstößt, solltest du etwas Geld ansammeln. Am wirtschaftlichsten ist der Verkauf von Fischen. Insgesamt lassen sich 20 Fische tragen. Pro Fisch erhält man 4 Münzen und maximal kannst du 200 Münzen mit dir führen.

Geld ist sehr wichtig, denn damit finanzierst du Heiltränke, Krafttränke und Super Heilzauber. Von diesen solltest du auch immer eine ordentliche Anzahl im Inventar stehen haben, denn man findet sich oftmals schneller in Kampfhandlungen verwickelt als man denkt. Ist es am Anfang noch die Dragontooth-Bande, die einem das Leben schwer macht, werden die Gegner im Fortgang der Geschichte natürlich immer stärker. So triffst du auf Zombies, Skullheads, Evil Mages, Trolle, Yetis oder Neptune-Krieger.

Diese Widersacher sind aber nichts im Vergleich zu den Drachen. Das Kapitel Drachen spare ich hier aus – ich möchte euch nicht zu viel verraten. Lasst euch einfach überraschen!

Im Laufe des Spiels werden natürlich nicht nur die Gegner stärker, auch Kris wird mächtiger. Einerseits findet er neue durchschlagende Waffen (zum Beispiel das Breitschwert, Feuerschwert oder die Harpune). Andererseits wird er in der Lage sein, Magie anzuwenden (Heldenaura oder der Feuersturm). Auch erhält er mit der Thermorüstung einen höheren Schutz. Diese muss allerdings beim Schmied in der Stadt Nadrog mit 150 Münzen teuer erkauft werden.

Die Region Argon ist wunderbar gestaltet. Ihr bewegt euch durch den Gonrad-Wald, die Stadt Dorgan, über den Gonrad-See, besteigt den Berg Nadrog, durch die gleichnamige Stadt, in den Eispalast, über den Fluss Norag, tief runter in den Abgrund des Flusses und besucht die Stadt Argonia.

Dabei trefft ihr auf Einheimische mit klassischen handwerklichen Fähigkeiten und Geschäften: Schmiede, Zimmerei, Gasthaus, Kaufladen, Spielhalle, Kostüm- oder Tauchladen. Witzig und geradezu intelligent umgesetzt: die Kostümbildnerin näht euch ein Dragontooth-Outfit. Damit könnt ihr euch frei im feindlichen Gebiet aufhalten und euch mit der Bande sorgenlos umherbewegen.

Dragonborne gehört zu meinen absoluten Homebrew-Favoriten. Man sieht dem Spiel so gut an, welche Arbeit dahin steckt und wie mühevoll das Projekt ausgearbeitet wurde. Umso mehr freue ich mich auf die eingefärbte DX-Version, die wohl in Kürze erscheinen soll. Bis dahin empfehle ich euch definitiv Dragonborne in der Version für den Game Boy Classic zu spielen. Hier lohnt sich wirklich jede investierte Stunde!

Für den Ersteindruck hier die ►Demo. Fans und Sammler greifen direkt zur ►Vollversion.

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