Heinrich Stiller, Antje G. Hink | 66 GameBoy Spiele

Heinrich Stiller, Antje G. Hink
Tronic Verlag GmbH & Co. KG, 1992
ISBN: 3-929125-00-5

(pwc) Im Einleitungstext erfahren wir von den beiden Autoren, was das Buch „66 GameBoy Spiele“ sein möchte: ein 206 Seiten starker Ratgeber im mittlerweile unübersichtlichen Game Boy Spiele Dschungel. Die Beratung steht an oberster Stelle, um teure Fehlkäufe zu vermeiden.

Die 66 vorgestellten Game Boy Spiele sind in fünf Kategorien aufgeteilt: Denkspiele/Strategie, Action, Adventures/Rollenspiele, Sportspiele und Rennspiele. Dabei ist die Aufmachung jeder Spielevorstellung stets gleich: die „Kurzbeschreibung für Eilige“ bietet wenige aber prägnante Hinweise darauf, was die Spieler im jeweiligen Titel erwartet. „Alles im Einzelnen“ beschreibt das Spiel recht ausführlich und dient als eigentlicher Rezensionstext. Im dritten Teil „Tips für Einsteiger“ verraten uns die Autoren in den meisten Fällen recht nützliche Hinweise, die uns das Leben im Spiel etwas einfacher machen können. In nur sehr wenigen Fällen sind tatsächlich keine Tipps möglich, da das jeweilige Spiel entweder zu leicht ist (Trax) oder direkt auf die Spieleanleitung verwiesen wird (u.a. The Final Fantasy Legend II).

Die Rezensionen sind sehr objektiv gefasst und die Texte beinhalten, wenn überhaupt, nur sehr leichte subjektive Einschläge. Auf eine Bewertung wird bewusst verzichtet, denn der Leser soll sich anhand der Rezension eine eigene fundierte Meinung bilden können. Dies gelingt dem Buch auch ziemlich gut.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind hin und wieder einige Begriffe, die mir einerseits bisweilen völlig fremd waren, oder zwischenzeitlich aus dem Sprachgebrauch verschwunden sein dürften. So sucht ihr das Wort Videospiel vergebens. Game Boy Spiele werden hier als Computerspiel oder Programm bezeichnet.

Komisch wird es hingegen bei Shanghai, dem Gehirnverbiegespiel. Die chinesischen Schriftzeichen sorgen auf Dauer für Augenpfeffer. QBillion sei ein wahrer Nervenfetzer und The Chessmaster bietet Soundeffekte, wie bei einem Edgar-Wallace-Krimi. Auch dass Samus Aran als Mann durchgeht und in Final Fantasy Adventure vom „Baum des Manna“ die Rede ist, lässt einen hier und da mal schmunzeln.

Unabhängig davon, ist „66 GameBoy Spiele“ aber ein tatsächlich guter Ratgeber. Man muss bedenken, dass sich bei der Veröffentlichung im Jahr 1992 die Informationsmöglichkeiten noch weitgehend auf Fernsehwerbung oder Fachzeitschriften konzentriert haben. Ganz schnell war es also passiert, dass man 69 Mark in ein Spiel mit nettem Cover investiert hat, das jedoch spielerisch absolut unterirdisch war.

Wenn euch das Buch einmal auf dem Flohmarkt oder einer Börse begegnen sollte und nicht allzu teuer gehandelt wird, könnt ihr ohne Bedenken zuschlagen.

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