Yume Tenshi | G0refreak

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(pwc) Yume Tenshi ist ein Yume-Nikki-Fangame, also zu jenem japanischen Indie-Spiel, das 2004 veröffentlicht wurde und für seine surreale Atmosphäre, Traumlogik und minimalistische Erzählweise bekannt ist. Es ist ein exploratives, surreal-psychologisches Spiel über Traumwelten, das bewusst rätselhaft bleibt und stark auf Atmosphäre statt Handlung setzt.     

Den spielerischen Eigenschaften entsprechend, folgt Yume Tenshi ebenfalls konsequent. Der Schwerpunkt liegt auf der Erkundung der zwar unterschiedlichen, aber dennoch miteinander verbundenen Traumwelten. Dort kann man sogenannte „Effects“ finden, die das Aussehen der Protagonistin Reisuki verändern und ihr neue Fähigkeiten verleihen können.

Die Verwandlungen erschließen neue Geheimnisse und Gebiete und laden so zu mehreren Spieldurchgängen ein, um wirklich alles zu entdecken. Dabei stellt das vollständige Durchspielen des Titels eine langwierige und lohnende Herausforderung dar.

Das Spiel beginnt in einem Schrein, der Dreh- und Angelpunkt zwischen der realen und der Traumwelt ist. Hier kannst du entweder schlafen oder deinen Spielstand mithilfe des Tagebuchs speichern. Auch steht hier eine Bildersammlung zur Verfügung. Im Album werden im Spielverlauf etliche neue Bilder freigeschaltet, die sich bei angeschlossenem Game Boy-Printer auch ausdrucken lassen. Das Ziel des Spiels besteht insgesamt darin, die Traumwelten zu erkunden und Effekte zu erlangen.

Reisuki verfügt über eine Lebensanzeige, die durch die Herzen oben links auf dem Bildschirm dargestellt wird. Wird Reisuki von einem Gegner getroffen, verringert sich ihre Lebensenergie. Fällt die Lebensanzeige auf null, wacht sie auf. Reisukis maximale Lebensenergie lässt sich erhöhen, indem man Herzstücke sammelt, die überall in der Traumwelt versteckt sind (insgesamt 32 Stück). Verlorene Trefferpunkte können durch den Kauf von Nahrungsmitteln an einem Verkaufsautomaten wiederhergestellt werden.

Du beginnst dein Abenteuer mit drei Herzen und 100 Münzen. Besiegte Gegner lassen Extramünzen fallen, die du unbedingt aufsammeln solltest.

Wenn man innerhalb der Traumwelt aus dem Schrein in Richtung Süden läuft, stehen die Eingänge zu acht Welten offen. Die goldene Tür hingegen bringt dich wieder zurück zum Schrein.

Die Traumwelten können entweder kurios, furchteinflößend, wirr, künstlerisch, farbenfroh oder beispielweise schwarz/weiß sein. Oftmals kommen sie auch in Kombination dieser Eigenschaften vor. Grundsätzlich gilt: in dem Spiel kann wirklich alles passieren!

Plötzlich ist man winzig klein oder man landet auf einem Friedhof. Dort steht zwischen den Grabsteinen ein Bett. Legt man sich hinein, wacht man in einem völlig anderen Bereich der Traumwelt auf. Zum Beispiel in einem Abschnitt voller Uhren. Manchmal werden dir grüne Fische entgegenschwimmen. Gerade hast du noch in einem gruseligen Schlafsaal gestanden, also du plötzlich eine Küche durch den Backofen betrittst. Mal schneit es in den Welten oder es regnet Blut.

Die Lebensmittelwüste ist ein Ort, dessen Zäune aus Essbesteck bestehen. Hier begegnen dir Figuren, die an Tamagotchis erinnern. Riesige Erdbeeren, Donuts und Kuchen liegen in der Gegend herum. Im Südlichen Teil dieser Welt entdeckst du ein großes Gebäude, das über ein weitläufiges Schienensystem verfügt.

Im Museum betrachtest du eine Bildergalerie, die furchtbare Schreie von sich gibt. Fahnen, Bücherhaufen, angriffslustige Krebse und kuriose Ausstellungsstücke werden dich an den Besuch noch lange erinnern lassen. Eine Ausstellungsfläche ist leer. Begibst du dich auf die Präsentationsfläche, wirst du in eine blinkende Höhle versetzt.

Die Aufzählung könnte man beliebig fortsetzen. Insgesamt erinnert das Spiel an einen LSD-Trip oder vielleicht etwas netter ausgedrückt: an Absurdität, wie man sie selten auf dem Game Boy zu Gesicht bekommt.

In dieser Gemengelage solltest du aber das eigentliche Ziel nicht aus den Augen verlieren: das Sammeln der Effekte. Davon gibt es neun Stück, die über das Start-Menü auswählbar sind. Die Effekte bieten Vorteile, die an relevanten Stellen im Spiel zur Anwendung kommen: so lässt sich beispielweise mit dem Geist-Effekt durch Spiegel reisen, der Fisch-Effekt schwört Regen herbei, mit dem Fee-Effekt lassen sich Abgründe überwinden, mit dem Leichen-Effekt kannst du Absperrungen passieren und der Werwolf-Effekt ist geeignet, um in einem der gefährlichsten Level ein Herz zu zerstören und den Weg in das Baumhaus einer Hexe freizulegen.

In manchen Situationen helfen die Effekte aber nicht mehr weiter. Wirst du von bestimmten Gegnern berührt, verbannen sie dich in eine schwarze Welt mit roten Dinosaurierköpfen. Landest du dort zwangsweise, gibt es kein Zurück mehr. In diesem Fall kannst du dich über das Start-Menü im Schrein aufwachen lassen.

Yume Tenshi ist ein interessantes Spiel, das sehr umfangreich ist und mit etlichen Kuriositäten aufwartet. Am Anfang stellt die Orientierung noch eine Herausforderung dar. Die Beschaffenheit der Welten und deren Verknüpfung zu anderen Bereichen des Spiels wird aber im Laufe des Spiels immer eingängiger. Sehr cool ist die Tatsache, dass man zu keinem Zeitpunkt wirklich annehmen kann, schon alles im Spiel gesehen zu haben. Immer wieder öffnen sich neue Abschnitte mit allerlei merkwürdigen Inhalten. So bleibt das Spiel auch langfristig spannend. Interesse geweckt? Dann ►hier herunterladen. Eine physische Version des Spiels, inkl. Glow in the Dark-Cartridge, wurde von Homebrew Factory angeboten – ist gegenwärtig aber nicht mehr verfügbar.

Bewertung: 4 von 5.

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