Game Boy: Palamedes angespielt

G a s t b e i t r a g

(Matt) Palamedes, griechischer Gott aus Nauplia, bekannt aus den Kämpfen um Troja und Erfinder des Würfel- und Brettspieles. Das könnte der Grund sein, warum er Namensgeber für das gleichnamige Puzzlegame wurde: Es geht nämlich um Würfel. Ansonsten hat das Spiel rein überhaupt nichts mit der griechischen Geschichte oder Mythologie zu tun. Palamedes ist im Grunde einer der Game Boy Titel, die auf der Erfolgswelle von Tetris mitreiten wollten. Ein Puzzlespiel, schnell zu verstehen und mit einem gewissen Suchtfaktor. Trotzdem gelang ihm nie der Durchbruch, was – meiner Meinung nach – auf den überzogenen Schwierigkeitsgrad zurückzuführen ist.

Das Spielprinzip ist recht einfach erklärt: Man spielt einen namenlosen Helden (oder ist es sogar Palamedes selbst?), den man am unteren Bildschirmrand horizontal hin und her bewegen kann. In der Hand hält man Würfel. Ja, Würfel, stinknormale Würfel wie man sie bei jedem Mensch-Ärgere-Dich-Nicht Spiel in der Hand hält. Diese Würfel besitzen immer eine entsprechende Augenzahl, die mittels B-Button geändert, beziehungsweise erhöht werden können. Parallel erscheinen am oberen Bildschirmrand Zeilen von Würfeln. Diese stehen nebeneinander und haben eine zufällige Augenzahl. Der Spieler kann nun mit dem A-Button diese Würfel abschießen. Voraussetzung: Der Würfel, der abgeschossen werden soll, besitzt die selbe Augenzahl wie der Würfel, den der Spieler aktuell in der Hand hat.

Nicht zu erwähnen braucht man wohl, dass – ganz nach Space-Invaders-Prinzip- die obere Würfelreihe langsam immer näher rückt. Ist die obere Würfelreihe irgendwann unten angekommen heißt es schlicht und einfach Game Over. Ebenfalls wie bei Space Invaders. Und genau da liegt das Problem: Selbst im einfachsten Schwierigkeitsgrad kommt man ohne Übung kaum hinterher alle Würfelreihen in der entsprechenden Geschwindigkeit abzuarbeiten bzw. zu eliminieren. So motivierend es am Anfang ist, so schnell stellt sich nach einigen Spielrunden der Frust ein. Hat man diese erste Phase überwunden und schafft es irgendwie mit dem Spiel mitzuhalten macht es jedoch süchtig und spielt fast in einer Liga wie Tetris – trotz deutlich weniger komplexen Spielprinzips.

Abgerundet wird Palamedes von einem eingängigen Soundtrack, der jedoch – gerade für Außenstehende – nach einiger Zeit relativ nervig wirkt. Aus dem Grund ist eine Benutzung der original Nintendo Kopfhörer dringend empfohlen.

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