Game Boy-Musik. Sounds und Musik in Game Boy-Spielen und ihre heutige Bedeutung für Rezipienten und Interpreten

Lennart Naatz
GRIN Verlag, 2016
ISBN: 978-3-6682-5920-1
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(pwc) Es ist bemerkenswert zu lesen, dass unser aller Lieblingshandheld auch noch heute Teil wissenschaftlicher Aufarbeitung sein darf. Wenn man im Rahmen seines Studiums für das Lehramt an Gymnasien bewusst eine Hausarbeit verfasst die Game Boy Musik zum Inhalt hat – dann ist das nicht nur respektabel, sondern vor allem auch sehr cool^^

Die Hausarbeit liegt mir vor und ich habe sie mit Interesse gelesen. Lennart Naatz legt hier eine Arbeit vor, die die in Game Boy-Spielen verwendeten Sounds und Musik sowie deren heutige Bedeutung für Rezipienten einerseits und für Interpreten andererseits untersucht.

So geht er anhand der Game Boy Spiele Pokémon (rot, blau, gelb), Super Mario Land (und Bros.), Tetris, Final Fantasy aber auch The Legend of Zelda – Link’s Awakening detailliert auf Kompositionstechniken und die Funktionsweise der Lieder ein. Besonders konzentriert er sich hier auf die Musiker Jun’ichi Masuda (u.a. Pokémon), Koji Kondo (u.a. Super Mario Land), Nobuo Kematsu (u.a. Sa.Ga, Final Fantasy) und Hirokazu Tanaka (Tetris).

Interessant: die Gegenüberstellung der drei Pokémon Kampfmelodien Wild Pokémon Battle, Trainer Battle und Gym Leader Battle die alle einen hohen Wiedererkennungswert haben, ein hohes Tempo aufweisen und maximal dreistimmig sind. Wir lesen von chromatischen und rhythmischen Intros, der Stimmverteilung und halbtönigen Transpositionen als auch von auftretenden Disharmonien.

Im Abschnitt zu Tetris geht der Autor auf die Musikstücke A, B und C der Version 1.1 ein. Das Original der Musik C entstammt der französischen Suite III, h-Moll BWV 814 von Johann Sebastian Bach. Für das Game Boy Spiel wurde das Lied nach a-Moll transponiert. Schade und eigentlich für das Kapitel Tetris innerhalb einer wissenschaftlichen Hausarbeit verpflichtend: ein Vergleich der Tetris Versionen 1.0 und 1.1 in Bezug auf die unterschiedlichen A-Type Musiken.

Merke: Tetris Version 1.0 (A-Type Musik = Luigi Boccherini – Minuetto), Tetris Version 1.1 (A-Type Musik = Korobeiniki).

Neben der musikalischen Synthese erfahren wir auch weniger spezielle und recht praktische Dinge. Zum Beispiel welches Suchwort man am besten auf amazon.co.jp nutzt um an Super Mario Land oder Zelda-Noten für Klavier, Gitarre, Ukulele oder E-Orgel zu gelangen. Ebenso bekommen wir einen Hinweis auf die ultimative Pokémon CD.

Am Ende der Hausarbeit erwartet den Leser einiges über die Wirkungsweisen von Game Boy Musik heute, Auswertung von Youtube-Kommentaren, die Geschlechterverteilung der Game Boy Spieler, sowie eine mehrseitige Umfrage die im Rahmen der Erstellung der Hausarbeit in drei Internetforen durchgeführt wurde. Leider aber nicht im Gameboyland-Forum.

Die 75-seitige Hausarbeit ist äußerst interessant und gut lesbar formuliert. Musiktheoretisches Wissen wird in vielen Kapiteln vorausgesetzt um die spezielle Termini nachvollziehen zu können. Bedauerlicherweise wird die Chiptune-Szene nur am Rand erwähnt, ohne dass hier näher darauf eingegangen wird. Hätte die gestartete Umfrage auch im Gameboyland-Forum stattgefunden, wären dem Autor weitere wertvolle Tipps nicht verschlossen geblieben (z.B. Tetris Version 1.0 A-Type Musik und Heiankyo Alien Entwickler meldac der auch Jazz-Label ist).

2 Gedanken zu “Game Boy-Musik. Sounds und Musik in Game Boy-Spielen und ihre heutige Bedeutung für Rezipienten und Interpreten

    1. Hi Sylvio, vielen Dank für den Link zur Musik der 8 Dungeons in The Legend of Zelda: Link’s Awakening. Das passt wirklich gut :-)

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