Nintendo Game Boy – Ein japanisches Unternehmen erobert die Welt

David Sheff
Goldmann, 1993
ISBN: 3-442-30600-0

(pwc) David Sheffs 542-Seiten starkes Werk „Nintendo Game Boy – Wie ein japanisches Unternehmen die Welt erobert“ trägt mit Sicherheit nicht dazu bei, dass all diejenigen die aufgrund des Titels, der eine hauptsächliche Beschäftigung mit dem Game Boy vermuten lässt, mit Freudensprüngen in die Lüfte gehen. Denn der Game-Boy spielt erst ab Kapitel 13 (von 16) eine Rolle und dann auch nur auf die damalige Tetris-Manie bezogen.

Gleichwohl liegt mit diesem Buch ein interessantes Werk vor, das die Geschäftspolitik und –strategie Nintendos in transparentem Licht erscheinen lässt. Man erfährt viele detaillierte Informationen wie Beispielsweise den Beginn der Firma mit der Produktion von Hanafuda-Spielkarten, die Markteinführung des NES und die Etablierung auf dem Handheldmarkt mit dem Game Boy. Das Bild Nintendos vom japanischen Spitzenunternehmen das sich zur Aufgabe gemacht hat, den weltweiten Einzug in heimische Wohn- und Kinderzimmer mit ihren Videospielgeräten zu schaffen, vermittelt grundsätzlich erst einmal einen sehr positiven Eindruck. Denn wenn man an Nintendo denkt, hat man in erster Linie Super Mario im Sinn, das Firmen-Maskottchen das uns durch unsere Kindheit und Jugend begleitet hat. Dies aus der Sicht des Spielers und Konsumenten.

Eine ganz andere Sicht lässt Nintendo in einem weniger guten Licht glänzen: Die Spieleproduzenten (Lizenznehmer) mussten sich strengen Regeln unterwerfen. Eine solche war zum Beispiel das Nintendo entschied, wie viele Spiele und zu welchem Preis eine Firma diese im Jahr veröffentlichen durfte. Die Spielecardridges durften ebenso nur ausschließlich von Nintendo produziert werden. Darüber hinaus wurden Lizenznehmer verpflichtet, programmierte Spiele 3 Jahre ausschließlich auf Nintendos Konsolen zu veröffentlichen.

Auf weitere Kritik stieß Nintendos Praxis, seine NES-Konsolen mit einem Lock-Chip auszustatten. Nur Spiele die den entsprechenden „Schlüssel“ in ihren Chips auswiesen, konnten mit der Konsole betrieben werden. Nintendo wollte damit verhindern, dass nichtlizensierte Spiele abgespielt werden konnten. Tengen (entstanden aus der Atari Corporation) war die erste Lizenznehmerfirma die versuchte sich gegen diese „Machenschaften“ Nintendos durchzusetzen – allerdings erfolglos.

Das vorliegende Buch ist prima geeignet um einen Eindruck vom Geschäftsgebaren Nintendos bis ins Jahr 1993 zu erhalten.

2 Gedanken zu “Nintendo Game Boy – Ein japanisches Unternehmen erobert die Welt

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