Kemco, Capcom und Vertriebsrechte für Disney-Spiele in Japan, Nordamerika und Europa

(pwc) Die neue Kategorie „Aufgedeckt“ möchte sich den verworrenen, undurchsichtigen Fällen der weiten Game Boy Welt widmen und etwas Licht ins Dunkle bringen. Im ersten Bericht widme ich mich der Firma Kemco, die uns als Publisher von Spielen wie Mickey Mouse, Snoopy’s Magic Show, Bugs Bunny Crazy Castle oder Garfield’s Labyrinth bekannt ist.

Auffällig bei vielen Kemco Spielen ist, dass sich die Spiele auf dem Game Boy enorm ähnlich sind und man grübelnd darüber nachdenkt, wo man das jeweilige Spiel schon einmal gesehen haben könnte. Und in der Tat: gewissermaßen liegt eine lizenzbedingte Mehrfachverwertung vor.

Als Grundlage der Mehrfachverwertung eignen sich die Mickey Mouse Spiele und Disney-Lizenzen auf dem Game Boy. Insgesamt fünf Titel veröffentlichte Kemco in Japan (wobei Teil III auf dem Famicom erschien) die bei Veröffentlichung außerhalb Japans für Verwirrung sorgten. Nicht berücksichtigt wurde die Episode „Dangerous Chase“ die von einer Wiederverwertung verschont blieb.

Mickey Mouse (1989, Japan) entspricht The Bugs Bunny Crazy Castle (1990, USA und Europa, Kemco)

Mickey Mouse II (1991, Japan) entspricht The Bugs Bunny Crazy Castle II (1991, USA, Kemco), Mickey Mouse (1991, Europa, Kemco) und Hugo (1996, Europa, Kemco)

Mickey Mouse III: Yumen Fuusen/Balloon Dreams (1992, Japan) entspricht Kid Klown in Night Mayor World (1992, USA, Capcom)

Mickey Mouse IV: Mahou no Labyrinth (1993, Japan) entspricht The Real Ghostbusters (1992, USA, Activision) und Garfield Labyrinth (1993, Europa, Kemco)

Mickey Mouse V: Mahou no Stick (1993, Japan) entspricht Mickey Mouse: Magic Wands! (1998, USA, Nintendo) und Mickey Mouse V: Zauberstäbe (1998, Europa, Kemco)

Wieso veröffentlichte Kemco regional veränderte Spiele die völlig identische Hintergrundgrafiken besitzen?

Die Antwort und des Rätsels Lösung ist simpel: Lizenzbedingt hatte Kemco das Recht zumindest in Japan Game Boy Spiele mit Disney-Charakteren zu veröffentlichen. In Nordamerika sah das anders aus. Hier lagen die Vertriebsrechte für Disney-Spiele (auf Nintendos Konsolen) bei Capcom. Um die Spiele auch außerhalb Japans vermarkten zu können bediente man sich eines Tricks: Man tauschte die Disney-Charaktere einfach gegen andere aus für die man die entsprechende Lizenz besaß (beispielsweise Looney Tunes).

Den „Vogel abgeschossen“ hat Kemco 1996 mit der Veröffentlichung von Hugo – einer (bis auf die Charaktere) exakten Kopie der bereits veröffentlichten Spiele Mickey Mouse und The Bugs Bunny Crazy Castle II was auf ausschließlich wirtschaftliche Interessen zurückzuführen ist.

Ich hoffe etwas Licht in das Thema Kemco gebracht zu haben.

3 Gedanken zu “Kemco, Capcom und Vertriebsrechte für Disney-Spiele in Japan, Nordamerika und Europa

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