Nicht lizenziert, kopiert und angeschmiert – Piratenmodule auf dem Game Boy | Part II

(pwc) Im Sommer 2013 hatte ich zuletzt einen kleinen Einblick in die Welt der Piratenmodule auf dem Game Boy gegeben. Im Beitrag „Nicht lizenziert, kopiert und angeschmiert – Piratenmodule auf dem Game Boy“ gebe ich praktische Tipps wie ihr auf Anhieb eine Raubkopie erkennt. Wer sich den Bericht gerne noch einmal in Erinnerung rufen möchte, klickt einfach ►hier.

Neben dem Auslesen und 1:1 Kopieren des Spiele-ROMs gibt es eine weitere (und beliebte) Art, Piratenmodule in Umlauf zu bringen: das sogenannte ROM-Hacking.

Auch hier wird der Programmcode ausgelesen – und als „China-Modul“ weiterverkauft. Allerdings steckt beim ROM-Hacking wesentlich mehr Arbeit drin: der Programmcode wird gezielt manipuliert. Die Manipulation kann verschiedenes bewirken: Austausch der Hintergrundmusik, der Sprites, des Ingame-Textes etc. Das „überarbeitete“ Spiel wird im Anschluss in Verkehr gebracht.

Wie ein solches ROM-Hacking aussieht, kann ich nun an vier Beispielen festmachen:

Pokémon Cock Version

Die Pokémon Cock Version hat es natürlich nie offiziell gegeben und wird es in dieser Form (zum Glück) auch nie offiziell geben. Was euch erwartet ist ein Pokémon Red Version Hack bei dem der Ingame-Text ausgetauscht und durch explizite Sprache ersetzt wurde. Mit Sicherheit ist es nicht zu weit gegriffen wenn man behauptet, dass diese Pokémon Version definitiv nicht in Kinderhände gehört. Doch seht selbst:

Pokémon Team Rocket Edition

Wer wollte nicht schon immer mal gerne den Spieß umdrehen und in Pokémon auf dem Game Boy die Seiten tauschen? In der Pokémon Team Rocket Edition habt ihr nun die Gelegenheit dazu: schlüpft in die Rolle eines Bandenmitglieds. Das ROM-Hack auf dieser Cartridge betrifft den Ingame-Text wie auch den Austausch einiger Sprites. So werdet ihr in dieser Pokémon Version nicht wie gewohnt zu Beginn von Prof. Eich begrüßt, sondern von Team Rocket Boss und Vertania City Arenaleiter Giovanni.

Super Pika Land

Tja, Super Pika Land in Verbindung mit diesem Modulaufkleber – das kann ja eigentlich nur eines bedeuten: hier liegt ein Super Mario Land Hack vor. Und genauso ist es auch: statt Mario lassen wir Pikachu durch die Gegend hüpfen, statt Bunbun begegnet uns Taubsi, statt Fly gibt es Pummeluff, statt Tokotoko kommt Chaneira auf euch zugerannt, ich meine auch Rettan (von vorne) gesehen zu haben. In der zweiten Welt (Muda) sind die Fischgräten gegen Karpadore ausgetauscht worden. Witzig. Und alle Fragezeichen-Blöcke wurden durch Pokébälle ersetzt. Pilze gibt es in Super Pika Land übrigens nicht. Dafür aber Blitze. Sammelt ihr als Pikachu einen Blitz auf entwickelt ihr euch zu Raichu. Gegen Ende der ersten Welt begegnet euch Flamara in der Pyramide.

Hinweis in eigener Sache: es existieren verschiedene Versionen von Super Pika Land. In der Version 0.5 ist oben links im Bildschirm noch Mario zu lesen. Außerdem stürzt diese Version regelmäßig nach der ersten Welt ab. Die Version 1.5 hingegen läuft stabil.

For the Frog the Bell tolls

Hierbei handelt es sich um das japanische Action RPG Kaeru no Tame ni Kane wa Naru das es leider nie in den Westen geschafft hat. Mit dem Titel bleibt uns ein wahrlich geniales Spiel vorenthalten. Glücklicherweise ist das Spiel ins Englische übersetzt worden – und erfreut sich einer enormen Nachfrage. Für mich eines der besten Action RPGs überhaupt auf dem klassischen Game Boy.

Bitte beachtet: bei all‘ diesen Spielen handelt es sich um Piratenmodule bzw. Raubkopien da urheberrechtlich geschützte Teile des Ursprungsspiels weiterhin in den modifizierten Versionen vorhanden sind.

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